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Universitätsklinik für Neurologie

Projekte

  • Levetiracetam in der perioperativen Anfallskontrolle bei Patienten mit Hirntumoren. Prospektive Evaluation von Nebenwirkungen und Effektivität.

    Levetiracetam in der perioperativen Anfallskontrolle bei Patienten mit Hirntumoren. Prospektive Evaluation von Nebenwirkungen und Effektivität.

    • Projektnummer: SF05
    • Projektleitung: Stefan Oberndorfer, Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften / Klinische Abteilung für Neurologie (UK St. Pölten)
    • Projektlaufzeit: 24 Monate ab 01.07.2019

    Hintergrund

    Vorhaben: Die perioperative epileptische Anfallskontrolle, sowie die das spezifische Nebenwirkungsprofil bei Patienten mit Hirntumoren ist Seitens der wissenschaftlichen Evidenz nur unzureichend
    dokumentiert.Epileptische Anfälle während, bzw. nach stattgehabter Hirntumoroperation können zu schwerwiegenden Komplikationen wie z.B. erhöhter Hirndruck, Einklemmung und neurologischen Defekten führen. Historisch wurden antikonvulsive Substanzen der älteren Generation wie Phenytoin und Valproinsäure eingesetzt. Durch das hohe Interaktionspotential von Phenytoin (Cp450-Induktion) der in Studien dokumentierten geringer Wirksamkeit, sowie eine mögliche erhöhte Blutungsneigung durch Valproinsäure, hat sich in den letzten Jahren Levetiracetam „eminenzbasiert" in der perioperativen Anfallsprophylaxe etabliert. Prospektive kontrollierte Studien, welche die Effektivität und Verträglichkeit von Levetiracetam in dieser Patientengruppe belegen, fehlen.
    Ziel: Ziel dieser Studie ist die prospektive Evaluation von Effektivität und Nebenwirkungen von Levetiracetam in der perioperativen Anfallsprophylaxe bei Patienten mit Hirntumoren. Levetiracetam hat die Zulassung in der Behandlung von Patienten mit Epilepsie.Levetiracetam hat keine Zulassung perioperativen Anfallsprophylaxe. Die erhobenen Daten aus dieser Pilotstudie sollen als Grundlage für eine zufünftige Vergleichsstudie bezüglich der Effektivität und Verträglichkeit von Levetiracetam gegenüber Lacosamid in der perioperativen Anfallsprophylaxe bei Patienten mit Hirntumoren dienen.
    Schritte: Nach Aufklärung der potentiellen Studienteilnehmer über die geplante Studie und unterschriebener Einverständniserklärung können die Patienten eingeschlossen werden. Bei Patienten mit Verdacht auf supratentoriellen Hirntumor wird perioperativ (3 Tage vor bis 7 Tage nach OP) Levetiracetam (Aufdosierungsschema: Tag 1; 2x 500mg, Tag 2; 2 x 1000mg über insgesamt 10Tage) verabreicht. Bei Auftreten von Nebenwirkungen bzw. Auftreten von epileptischen Anfällen kann die Dosis jederzeit individuell angepasst werden. Es soll eine präoperative (vor/nach Levetiracetam Verabreichung), sowie postoperative kognitive Testung (ca.5-7 Tage nach OP) mittels Neurocog* durchgeführt werden. Weiteres werden routinemäßige Untersuchungen wie EKG/Routinelabor/Plasmaspiegel sowie ein Lebensqualitätstest QOLIE-31_P durchgeführt. Zusätzlichen werden die häufigsten zu erwartenden Nebenwirkungen von Levetiracetam standardisiert im Rahmen des stationären Aufenthaltes erhoben.
    Auswirkungen: Levetiracetam ist aufgrund der raschen Aufsättigungsmöglichkeit, der i.v. Verfügbargeit, dem geringen Interaktionspotential mit anderen Medikamenten, und den geringen ZNS Nebenwirkzungen, dzt. in den meisten neurochirurgischen Zentren das Medikament der Wahl in der perioperativen Anfallsprophylaxe bei Hirntumorpatienten.
    Genaue Daten über die Effektivität und das Nebenwirkungspotential von Levetiracetam in der perioperativen Anfallsprophylaxe bei der spezifischen Gruppe Hirntumorpatienten fehlen.
    Für die Patienten sind keine Auswirkungen zu erwarten, da sie ohnehin auf eine perioperative Anfallsprophylaxe mit Levetiracetam eingestellt werden, sofern keine Kontraindikation vorliegen.
    Für die Antragsteller könnten sich aus den Ergebnissen bessere Aufschlüsse über potentielle Levetiracetam assoziierte Nebenwirkungen bei Tumorpatienten erwarten lassen. Dies könnte zu einer Verbesserung des Management führen (DD tumorbedingten Symptome, Epilepsie bedingte Symptome, andere ZNS-wirksame Medikamente (Steroide), oder Levetiracetam assoziiert)
    Die Ergebnisse dieser Studie könnten als Grundlage für eine Phase III Studie, zum Vergleich mit Lacosamid (einem ähnlich geeigneten Anticonvulsivum) in der perioperativen Anfallsprophylaxe, dienen. Diese Studie würde wieder an der KL durchgeführt in Kooperation der Neurologie und Neurochirurgie in St. Pölten.

  • Beobachtung und Erfassung der Veränderungen der globalen Blutgerinnung bei Patienten mit ischämischen Insulten unter systemischer Lyse: eine prospektive Pilotstudie

    Beobachtung und Erfassung der Veränderungen der globalen Blutgerinnung bei Patienten mit ischämischen Insulten unter systemischer Lyse: eine prospektive Pilotstudie

    • Projektnummer: SF01
    • Projektleitung: Stefan Oberndorfer, Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften / Klinische Abteilung für Neurologie (UK St. Pölten)
    • Projektlaufzeit: 12 Monate ab 01.07.2019

    Hintergrund

    Vorhaben: TEG und ROTEM sind viskoelastische Testverfahren, die als Point-of-Care-Methode zeitnah Veränderungen im globalen Gerinnungssystem erfassen können. Die Ergebnisse werden - je nach Methode - anhand einer graphischen Auswertung und verfahrensspezifischer Testparameter ausgegeben und sind derzeit in erster Linie in der Traumatologie bzw. Herz- und Lebertransplantationschirurgie im Einsatz. In den meisten Fällen sollen sie helfen, eine Gerinnungsstörung im Sinne einer Hyperfibrinolyse zu identifizieren bzw. eine zeitnahe Gegensteuerung zu ermöglichen. Beim ischämischen Schlaganfall stellt die systemische i.v.-Thrombolyse selektierter Patienten nach wie vor
    die Goldstandardtherapie dar. Es handelt sich hierbei um eine iatrogen induzierte Thrombolyse bzw. Fibrinolyse, die derzeit nicht zeitnahe anhand einer spezifischen Testmethode evaluiert werden kann. Die Ergebnisse dieser Pilotstudie sollen klären, ob viskoelastische Testverfahren wie ROTEM Veränderungen in der globalen Blutgerinnung, wie man sie durch die i.v.-Thrombolyse beim ischämischen Schlaganfall vermuten muss, zeitnah abbilden können und sich hieraus künftig neue Ansätze der Therapiemodifikation ergeben können. Im Rahmen dieser Pilotstudie sollen ebenfalls klinisch neurologische Funktionstests wie der National Institutes of Health Stroke Scale (NIHSS) und die modifizierte Rankin-Skala (mRS) vor, während bzw. nach der Lyse dokumentiert werden.
    Ziel: Die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass es bei der Nutzung des ROTEM-Gerätes trotz der hierbei erforderlichen Sorgfalt gelegentlich zu Messfehlern kommt, die eine Nachmessung eines spezifischen Testzeitpunktes erfordern. Diese Messfehler entstehen am häufigsten durch kleinere Kalibrierungsfehler, sodass bereits einmal eine technische Wartung erforderlich wurde. Selten wurden auch zeitliche Abnahmefehler bzw. Verzögerungen beobachtet, die ebenfalls Nachmessungen erforderlich machen. Aus diesem Grund werden unserer Einschätzung nach Reagenzien für ca. 5 weitere Patienten benötigt, um die derzeit noch vereinzelt zu erwartenden Nachmessungen im Rahmen dieser Pilotstudie zu ermöglichen.
    Schritte: Die globale Blutgerinnung von 20 Patienten mit ischämischen Insulten soll mit Hilfe des ROTEM im Rahmen einer prospektiven Pilotstudie analysiert werden. Alle Patienten werden hinsichtlich sämtlicher geltender Einschluss- und Ausschlusskriterien für eine potenzielle i.v.-Thrombolyse evaluiert und ausgewählt. Pro Patient sollen zu jedem Testzeitpunkt simultan 4 Ansätze untersucht werden, die verschiedene differenzialdiagnostische Aussagen über die globale Blutgerinnung ermöglichen: INTEM (intrinsischer Weg über Kontaktaktivierung), EXTEM (extrinsischer Weg über Gewebethromboplastin), FIBTEM (Unterscheidung des plasmatischen vom thrombozytären Anteil der Gerinnungskaskade) und APTEM (Identifizierung einer starken Hyperfibrinolyse und Hemmung derselben durch Aprotinin). Die Auswertung erfolgt anhand einer typischen graphischen Auswertung mit der Bestimmung folgender ROTEM-spezifischer Parameter: CT (Clotting time = Zeit bis zum Erreichen einer 2 mm Amplitude), OFT (Clot formation time = Zeitfenster vom Beginn einer 2 mm Amplitude bis zum Erreichen einer 20 mm Amplitude), a Angle (a = Gradneigung der Tangente bei einem 2 mm Clot), Amplitude zu einem definierten Zeitpunkt, MCF (Maximum clot firmness = maximale Clotamplitude), LY (Clot lysis zu einem definierten Zeitpunkt) und ML (Maximum lysis). Mittels peripherer Venenpunktion in einem 5 ml Citratblutabnahmeröhrchen sollen Vollblutproben zu 5 zeitlich aufeinanderfolgenden Messzeitpunkten nach Bestimmung einer Baseline gewonnen werden. Die Testzeitpunkte dienen der zeitnahen Erfassung von Unterschieden in der globalen Blutgerinnung vor, während und nach Abschluss der Therapie.

    Auswirkungen: Keine unmittelbaren Auswirkungen auf Patienten
    Klinisch Forschung im Bereich der Therapie des akuten Schlaganfalls mit Schwerpunkt auf Gerinnung
    Grundlage für weitere Studien in diesem Bereich und Anschluss an nationale und internationale Forschungsgruppen (Poster, Kongresse, evt. Kollaborationen)

  • Präoperative multimodale Diagnostik zur Detektion von epileptogenen Arealen bei Patienten mit WHO 11-111 Gliomen und Epilepsie (PMDEPIGLIOMA Studie). Eine Pilotstudie.

    Präoperative multimodale Diagnostik zur Detektion von epileptogenen Arealen bei Patienten mit WHO 11-111 Gliomen und Epilepsie (PMDEPIGLIOMA Studie). Eine Pilotstudie.

    • Projektnummer: SF03
    • Projektleitung: Stefan Oberndorfer, Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften / Klinische Abteilung für Neurologie (UK St. Pölten)
    • Projektlaufzeit: 24 Monate ab 01.07.2019

    Hintergrund

    Vorhaben: Patienten mit WHO Grad II und WHO Grad III Gliomen leiden häufig (60-90%) unter Tumor assoziierter Epilepsie (TAE). Im Gegensatz zu Patienten mit Glioblastomen (WHO-IV) ist in dieser Patientengruppe die Prognose deutlich günstiger mit einer mittleren Lebenserwartung von ca 2 bis zu mehr als 15 Jahren. Die TAE ist in dieser Patientengruppe die wichtigste Ursache für verminderte Lebensqualität, bzw. verursachen Medikamente gegen epileptische Anfälle bei Hirntumorpatienten häufiger kognitive Nebenwirkungen als bei nicht Tumorpatienten. Laut Studien ist dieser Effekt auf die Lebensqualität sogar stärker ausgeprägt als durch die Hirntumorerkrankung selbst. Eine Reduktion der Anfallsfrequenz/Intensität durch eine antiepileptische medikamentöse Therapie ist in ca 60% der Patienten zu erwarten. Gut 1/3 der Patienten leidet jedoch unter therapierefraktären epileptischen Anfällen, welche zu massiven Einschränkungen der Lebensqualität führen und einen erheblichen Leidensdruck für die Patienten und deren Angehörigen mit sich bringen.

    Ziel: Im Rahmen dieser Studie soll untersucht werden, ob bei WHO Grad II und III Gliom Patienten mit Epilepsie bzw. mit therapierefraktären epileptischen Anfällen mittels erweiterter multimodaler Diagnostik, potentielle epileptogene Herde lokalisiert und anschließend durch einen entsprechenden neurochirurgischen Eingriff entfernt werden können. Ziel ist es durch die eingesetzte multimodale Diagnostik und den darauf basierenden neurochirurgischen Eingriff einerseits die Anfallshäufigkeit zu reduzieren, bzw. die Epilepsie zu kontrollieren und anderseits soweit möglich auch Tumormasse zu entfernen.
    Schritte: STUDIENDESIGN: Multizentrische Pilotstudie / Machbarkeitsstudie: Eine Randomisierung ist aufgrund der zu erwartenden geringen Fallzahl nicht sinnvoll. Die Nullhypothese: kein Unterschied der Resektionsareale zwischen Tumorresektion mit und ohne Berücksichtigung der epileptogenen. Die Studienhypothese ist somit die maximale Resektion des Tumors und des epileptogenen Areals unter Berücksichtigung der bestmöglichen Funktionalität. Diese beiden Parameter werden postooperativ mittels BlIdgebung und klinisch neurologischer Tests sowie epilepsie spezifischer Fragebogen / Anfallskalender über einen Zeitraum von 12 Monaten erhoben. An den Universitätskliniken St. Pölten und Linz werden schwerpunktmäßig Patienten mit pimären Hirntumoren im Rahmen von neuroonkologischen Zentren betreuut. Es besteht in beiden Zentren eine hohe Expertise in der Diagnostik und Therapie von primären Hirtumoren sowie deren Komplikationen wie z. B. der TAE. Weiters ist in beiden Zentren eine sehr gut etablierte fächerübergreifende interdisziplinäre Zusammenarbeit entwickelt. Sowohl das UK St. Pölten also auch das UK-Linz nehmen seit Jahren an einschlägigen hochqulitativen internationelnen Studien auf dem Gebiet der primären Hirntumore teil. Die Rekrutierung erfolgt an beiden Zentren. Aufgrund der potentiell geringen Patientenzahl und der für diese Studie nur geringe Anzahl von geeigneten neuroonkologischen Zentren ist eine Pilotstudie mit Einschluß von 10 Patienten vorgesehen. Als Zielparameter oder primärer Endpunkt ist nach dem „all or non" Prinzip die präoperative multimodale Diagnostik zusammen mit dem anschließenden und darauf basierenden Ausmaß des neurochirurgischen Eingriffes definiert. Weitere Zielparameter der Studie sind die Anfallsfrequenz, die Lebensqualität und die neurologische Funktion. Eine Kontrollgruppe ist im Rahmen der Pilotstudie ist nicht vorgesehen. Bei entsprechend positiven Ergebnissen der Pilotstudie wäre eine multizentrische-internationale Ausweitung der Studie zwecks Erhöhung der Fallzahl bzw. in weiterer Folge auch eine Randomisierung mit Kontrollgruppe (ohne multimodale präoperative Diagnostik) vorstellbar. Die erhobenen Daten werden durch einen ausgebildeten Statistiker aufbereitet. Kooperationen zu medizinischen Statistikern sowie statistische Software (SPSS) stehen an
    beiden Zentren zur Verfügung.
    Auswirkungen: Für Patienten besteht durch die Studie die Möglichkeit einer umfassenden präoperativen Epilepsie- und Tumordiagnostik. Ob sich diese diagnostischen Interventionen auch in einem zusätzlichen Gewinn an Symptomkontrolle, Lebensqualität und evt. Tumorkontrolle auswirken, soll in einer Folgestudie an den genannten Zentren geklärt werden.
    Für die beteiligten klinischen Abteilungen besteht die Chance auf vertiefte Fachkenntnisse und Erfahrungen in diesem Gebiet, sowie die Möglichkeit auf eine hochqualitative und rezent höchst relevante wissenschaftliche Fragestellung im Rahmen der geplanten Folgestudie zu adressieren.

  • Eine Erhebung der kognitiven Performance, der Lebensqualität sowie der Stressbewältigungsmechanismen bei älteren Cochleaimplantat-Empfängern.

    Eine Erhebung der kognitiven Performance, der Lebensqualität sowie der Stressbewältigungsmechanismen bei älteren Cochleaimplantat-Empfängern.

    • Projektnummer: SF04
    • Projektleitung: Stefan Oberndorfer, Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften / Klinische Abteilung für Neurologie (UK St. Pölten)
    • Projektlaufzeit: 48 Monate ab 01.07.2019

    Hintergrund

    Vorhaben: In mehreren Studien wurde eine starke aber stets unabhängige Assoziation zwischen Schwerhörigkeit und beeinträchtiger Kognition bzw. beschleunigtem Verfall derselben festgestellt. Längsschnittstudien zeigten, dass zumindest im höheren Lebensalter eine hochgradige Hörbeeinträchtigung mit beschleunigtem kognitivem Abbau sowie beschleunigter Hirnatrophie assoziiert ist und zu einem 5-fach erhöhten Demenzrisiko führt. Querschnittsuntersuchungen konnten den Nachweis erbringen, dass Schwerhörigkeit mit schwächerer kognitiver Leistungsfähigkeit und reduziertem Hirnvolumen im auditorischen Kodex assoziiert ist, jedoch der Gebrauch von Hörgeräten mit einer höheren kognitiven Leistungsfähigkeit verbunden ist. Offen ist die Frage, ob die adäquate Therapie einer insbesondere hochgradigen Schwerhörigkeit bzw. Taubheit mit stark beeinträchtigtem Sprachverstehen einen direkten positiven Effekt auf den Verlauf der kognitiven Leistungsfähigkeit hat. Dies hätte nicht nur medizinisch-ethische Relevanz: In Anbetracht des demographischen Wandels und der daran gekoppelten steten Zunahme altersbezogener Hörminderungen wäre dies auch gesundheitsökonomisch bedeutungsvoll. Durch eine mögliche positive Beeinflussung des kognitiven Abbaus im Sinne einer Verlangsamung könnte beispielsweise der Zeitpunkt einer manifesten Demenz hinausgezögert werden und somit die Prävalenz dieser Erkrankung gesenkt werden. Bei hochgradiger Schwerhörigkeit oder Taubheit bzw. Hörbeeinträchtigungen, welche durch Hörgeräte nicht mehr ausreichend versorgbar sind, werden evidenzbasiert Cochleaimplantate eingesetzt, um das Sprachverstehen wiederherzustellen und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern, insbesondere auch im höheren Lebensalter. Es gibt bereits Hinweise, dass die Therapie mit einem Cochleaimplantat einen positiven Effekt auf den Verlauf der kognitiven Leistungsfähigkeit hat. Dieser positive Effekt konnte auch bei älteren Implantatempfängern nachgewiesen werden.
    Ziel: Ziel dieser Studie ist es somit erstmalig eine ganzheitliche Erhebung durchzuführen, in der sowohl audiologische Messungen, als auch der Einfluss auf die Kognition und die Lebensqualität berücksichtigt werden. Dafür werden sowohl objektivierbare psychometrische Daten erfasst, wie auch die subjektive Einschätzung der Patienten und dessen Angehörigen erhoben. Die Hypothese der Studie besagt, dass es bei älteren hochgradig schwerhörigen Menschen
    nach Cl- Implantation zu einer Verbesserung der kognitiven Performance und der psychischen, physischen und sozialen Lebensqualität kommt.
    Schritte: Die geplante Studie soll in erster Linie den Verlauf der kognitiven Leistungsfähigkeit älterer Cochleaimplantat-Empfänger (60-85 Jahre) mittels standardisierter neuropsychologischer Tests erheben. Die primäre Hypothese lautet, dass die Versorgung mit einem Cochleaimplantat einen positiven Effekt auf die kognitive Leistungsfähigkeit hat. Zudem sollen potentielle Auswirkungen auf die psychische, physische und soziale Lebensqualität erfasst werden. Dabei kommen sowohl standardisierte Selbsteinschätzungsfragebögen für die Patienten, als auch Fremdeinschätzungen durch eine Bezugsperson (Caregiver) zum Einsatz, falls der Patient einer derartigen Fremdbeurteilung zustimmt. Dadurch soll erhoben werden, ob eine Korrelation zwischen dem audiologischen Benefit (gemessen an der Verbesserung des Sprachverstehens im Rahmen der Routineuntersuchungen), dem potentiellen positiven Effekt auf die Kognition und einer möglichen Verbesserung der Lebensqualität sowie der Isolations- und Depressionsrate besteht. Eingeschlossen werden männliche und weibliche Patientinnen der Hörstörungsambulanz des Universitätsklinikums St. Pölten im Alter von 60 bis 85 Jahren, bei denen die medizinische Indikation für eine Cochleaimplantation (ausgenommen einseitige Taubheit) im Vorfeld gestellt wurde und entsprechend der Zustimmung des Patienten bereits geplant wird. Eine solche Indikation liegt vor, wenn eine höhergradige mit Hörgeräten nicht ausreichend zu behandelnde Schwerhörigkeit mit schwerer Beeinträchtigung des Sprachverstehens (schlechter als 50% Sprachverstehen für Einsilber im Freifeld bei 65dB trotz optimaler Hörgeräteversorgung) oder postlinguale Taubheit mit völligem Fehlen des Sprachverstehens zumindest am stärker betroffenen Ohr vorliegt. Dieser Patientengruppe wird nach einem ausführlichen Aufklärungsgespräch die Möglichkeit gegeben, sich frei für die Teilnahme an der Studie zu entscheiden Eine Nicht-Teilnahme ist ohne Nachteile für die weitere Behandlung. Gesetz des Falles, dass die Patienten sich für eine Teilnahme an der Studie entscheiden und die Einwilligungserklärung unterschreiben, werden standardisierte (neuro-) psychologische Tests und Fragebögen eingesetzt, um den aktuellen Status bzw. den Verlauf erfassen zu können. Für die Datenerhebung sind pro Patient drei Testzeitpunkte geplant: präoperativ (Baseline: bis 4 Wochen vor der OP), erstes Follow-Up (6 Monate nach Cl Erstaktivierung +1-4 Wochen) und zweites Follow-Up (12 Monate nach CI Erstaktivierung +/- 4 Wochen). Sollte der Studienteilnehmer bei dem Abklärungs- und Aufklärungsprozess von einem nahen Angehörigen oder einer pflegenden Person begleitet werden, so besteht die Möglichkeit, dass der Studienteilnehmer diese Person dazu ermächtigt, einen Fremdbeurteilungsbogen zur Alltagskompetenz des Studienteilnehmers auszufüllen (präoperativ und 12 Monate nach der Implantation). Dies wird in der Einverständniserklärung extra festgehalten. Hat der Studienteilnehmer keinen Caregiver anzuführen oder wünscht er keine Fremdbeurteilung, ist dies kein Ausschlussgrund für die Studie und hat keine weiteren Auswirkungen auf die weitere Behandlung oder den Ablauf der Studie.
    Auswirkungen: Siehe Vorhaben und Zielsetzung

  • CXCL-13 als Biomarker in der Diagnostik der Neuroborreliose eine prospektive multizentrische Erhebung

    CXCL-13 als Biomarker in der Diagnostik der Neuroborreliose eine prospektive multizentrische Erhebung

    • Projektnummer: SF02
    • Projektleitung: Stefan Oberndorfer, Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften / Klinische Abteilung für Neurologie (UK St. Pölten)

    Hintergrund

    Vorhaben: Einleitung: Die Borreliose ist eine durch Zecken übertragene und vorwiegend durch das Spirochät Borrelia burgdorferi ausgelöste systemische Erkrankung. Vor allem in der Frühphase der klinischen Neuroborreliose verfügen die herkömmlichen serologischen Testverfahren für Liquor und Serum nicht selten über diagnostische Unsicherheiten: Zu Beginn der Erkrankung ist der Borrelien-Antikörperindex oftmals negativ. Die alleinige Liquorpleozytose und/oder ein auffälliger Antikörperindex sind nicht spezifisch für die akute Neuroborreliose: Eine intrathekale borrelienspezifische Antikörperproduktion kann noch Jahre nach abgeheilter Neuroborreliose bestehen. Chronisch entzündliche Erkrankungen können zu erhöhten erregerspezifischen Antikörperbefunden führen. Außerdem sind unspezifische Testreaktionen bei Infektionen mit Treponema pallidum nicht auszuschließen. Das B-Zell-Chemokin CXCL-13 stellt potentiell einen interessanten Biomarker für die Frühdiagnose der Neuroborreliose dar, da die intrathekale Konzentration noch vor dem Borrelien-Antikörperindex ansteigt. Außerdem sinkt die Konzentration von CXCL-13 durch die antibiotische Therapie rasch ab, wodurch es zusätzlich als Biomarker für den Verlauf geeignet scheint. Die diagnostische Sensitivität von CXCL-13 für den Nachweis der Neuroborreliose liegt je nach Studie zwischen 88 und 100% und die Spezifität zwischen 63 und 99,7%. Eine eigene diesbezügliche retrospektive Datenerhebung hat einen CXCL-13-Cut-off von 200pg/m1 mit einer Sensitivität von 100% und einer Spezifität von 92,4% ergeben. Ein definitiver CXCL-13-Cut-off mit der besten Sensitivität und Spezifität zum Ausschluss bzw. zur Bestätigung der unbehandelten Neuroborreliose ist aber aufgrund des Fehlens ausreichender prospektiver Daten mit entsprechender Power noch ausständig.
    Ziel: Beschreibung der wissenschaftlichen Fragestellung: Primäres Ziel der geplanten Studie ist es, den besten Cut-off der intrathekalen CXCL-13-Konzentration für die unbehandelte Neuroborreliose zu definieren und damit die Diagnosesicherheit in fraglichen Fällen zu erhöhen.
    Studienziele:
    • Primäres Studienziel:
    - Überprüfung des von uns vorgeschlagenen CXCL-13-Cut-off von 200pg/m1
    hinsichtlich Sensitivität und Spezifität im prospektiven Setting.
    • Sekundäre Studienziele:
    - Bestimmung von möglichen Einflussfaktoren auf die intrathekale CXCL-13-Konzentration (Alter, Geschlecht, Dauer der Symptomatik bis zur Lumbalpunktion,Liquorzellzahl, Liquoreiweiß, borrelienspezifischer Antikörperindex).
    - Untersuchung von CXCL-13 als Marker fürs Therapieansprechen im Rahmen der Neuroborreliose und Etablierung eines Cut-off fürs Therapieansprechen.
    - Erhebung der Schlafqualität von Patienten mit Neuroborreliose und Durchführung einer Verlaufskontrolle nach abgeschlossener antibiotischer Therapie.
    Schritte: Studienablauf: Patienten mit klinisch-neurologisch indizierter Lumbalpunktion werden über die Möglichkeit der Studienteilnahme durch Ärztinnen und Ärzte der beteiligten neurologischen Abteilungen informiert, der entsprechende Aufklärungsbogen gemeinsam mit den Patienten besprochen und dieser nach Beantwortung aller Fragen unterzeichnet. Bevorzugt erfolgt das Aufklärungsgespräch vor der Lumbalpunktion bzw. Blutabnahme. Aus organisatorischen Gründen kann das Aufklärungsgespräch aber auch nach der Lumbalpunktion bzw. Blutabnahme durchgeführt werden. Im Falle eines Studieneinschlusses werden bei Patienten mit Verdacht auf Neuroborreliose zusätzlich zu den Routineparametern (Blutbild, CRP, Liquor-Zellzahl, -Leukozyten, -Eiweiß, -Laktat, -Glucose, borrelienspezifischer Antikörperindex) die Liquor-CXCL-13-Konzentration bestimmt. Ergänzend werden die Schlafqualität mit dem Pittsburgh-Schlafqualitätsindex (PSQl) und die aktuelle Schmerzintensität mit der numerischen Schmerz-Ratingskala (NRS) erhoben. Bei den Patienten, die entsprechend den aktuell gültigen DGN-Kriterien eine definitive Neuroborreliose gestellt bekommen, erfolgt nach durchgeführter antibiotischer Therapie in 14 Tagen eine klinisch-neurologische Kontrolle. Es werden wiederum die Schlafqualität mit dem PSQI-Fragebogen als auch die aktuelle Schmerzintensität mit der numerischen Schmerz-Ratingskala bestimmt. Je nach klinischem Verlauf und entsprechend der Notwendigkeit im Rahmen der routinemäßigen Abklärung erfolgt zudem nach 14 Tagen eine Kontroll-Blutabnahme und Kontrollpunktion, erneut mit Bestimmung der oben genannten Routineparameter sowie der Liquor-CXCL-13-Konzentration. Patienten ohne klinischneurologische Hinweise auf Vorliegen einer Neuroborreliose werden im Falle eines Studieneinschlusses der Kontrollgruppe zugeordnet. Bei Ihnen wird zusätzlich zu den Routineparametern (Blutbild, CRP, Liquor-Zellzahl, -Leukozyten, -Eiweiß, -Laktat, -Glucose) am Tag 1 die Liquor-CXCL-13-Konzentration bestimmt. Damit endet die Studienteilnahme für Patienten in der Kontrollgruppe. Das Untersuchungsmaterial für die Bestimmung der intrathekalen CXCL-13-Konzentration wird bei -20°C im Labor der jeweiligen beteiligten Klinik gelagert und ca. einmal pro Quartal durch verantwortliche Mitarbeiter des UK St. Pölten tiefgefroren in einer geeigneten Kühlbox mit Trockeneis ins UK St. Pölten zur Auswertung transferiert.
    Auswirkungen: Bessere Akutdiagnostik der unbehandelten Neuroborreliose
    Adaptierung der diagnostischen Kriterien aufgrund der Studienergebnisse
    Weiterer Zuwachs an Expertise in diesem Fachbereich und Vernetzung der UK-St Pölten (Neurologie und Inst. Hygiene und Mikrobiologie) mit weiteren Standorten in Niederösterreich

Events

  1. 27 Feb

    Neurophysiologie-Symposium: Ionenkanäle in Nervenzellen und damit verbundene Krankheiten

    27. Februar 2020, 15:30 - 18:30
    Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften, Trakt Y, EG, Auditorium
  2. 05 Mär

    Symposion Dürnstein 2020

    05. März 2020, 18:00 - 07. März 2020, 16:00
    Stift Dürnstein, Prälatensaal, 3601 Dürnstein
  3. 09 Mär

    Teddybär Krankenhaus

    09. März 2020, 09:00 - 10. März 2020, 16:00
    Universitätsklinikum Krems, Mitterweg 10, 3500 Krems