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Sascha Klee, Biostatistiker: State-of-the-Art-Datenmanagement für aussagekräftige Forschungsergebnisse

Klee Sascha

Forschende im Porträt

„Biostatistik im medizinischen Umfeld ist trickreich, weil wir am Menschen, im menschlichen System arbeiten. Das ist ein großer Unterschied zu rein technischen Fragestellungen“, so Univ.-Prof. Dr.-Ing. Sascha Klee, Leiter des Fachbereichs Biostatistik und Data Science an der KL.

Univ.-Prof. Sascha Klee hat ein klares Ziel vor Augen: Er möchte den Forschenden an der KL eine „State-of-the-Art“-Analyseinfrastruktur bereitstellen, welche Systeme für eine sinnvolle und nutzbare Datenanalyse bietet und in Zukunft Datenwissenschaften und Statistik eng miteinander verknüpft. „Es ist nicht möglich, aus einem Datensatz unzählige Fragestellungen abzuleiten, wie das in der Medizin oft gewünscht wird. Dennoch versuchen wir, Lösungsmöglichkeiten zu finden. Das ist eine sehr herausfordernde Aufgabe“, so der Biostatistiker. Das sehr breite Themenspektrum, das die medizinische Biostatistik an der KL auf Grund der verschiedenen Forschungsschwerpunkte abdecken muss, schreckt den Wissenschaftler nicht. Sein Department soll in der Zukunft Anlaufstelle für alle Facetten der Datenanalyse sein und den unterschiedlichen Ansprüchen gerecht werden.

Die Begleitung von Forschungsprojekten bei der Datenverarbeitung und -analyse kann von der Beleuchtung einer Fragestellung aus unterschiedlichen Blickwinkeln profitieren. Darin liegt eine besondere Stärke des Professors. Auf Grund seiner Ausbildung und seines Werdegangs bringt er Sichtweisen aus anderen Fachgebieten mit ein.

Sascha Klee studiert Elektrotechnik in Illmenau, Deutschland, und diplomiert auf dem Gebiet der Biomedizinischen Technik. Im Rahmen seiner Diplomarbeit setzt er sich intensiv mit speziellen Aspekten zur Stimulation des menschlichen Auges auseinander. Während dieser Arbeit entwickelt sich die Liebe zur Forschung und der angehende Wissenschaftler beschließt, eine Karriere in der Forschung anzustreben. Die anfangs rein technischen Fragestellungen im Bereich der Netzhautstimulation werden zunehmend durch physiologische Aufgabenstellungen aus dem Bereich der Augenheilkunde ergänzt. Für seine Promotion 2012 in Biomedizinischer Technik arbeitet Ing. Klee eng mit einem Augenarzt der Freien Universität Berlin zusammen. Die selektive Farbkanalstimulation des menschlichen visuellen Systems ist Gegenstand dieser Forschungsarbeiten. Den diagnostischen folgen therapeutische Fragestellungen und die in der Medizin wiederholt gestellte Forderung nach einem Nachweis für die Effektivität der eingesetzten Technik legt den Grundstein für Klees vertiefende Auseinandersetzung mit Biostatistik und Datenwissenschaften.

Nach der Promotion bleibt Dr. Klee im medizinnahen Sektor auf dem Gebiet der Ophthalmologie tätig. 2016 erhält er die Juniorprofessur der Carl-Zeiss-Stiftung für Optoelektrophysiologische Medizintechnik in Illmenau und arbeitet weiter an diagnostischen und therapeutischen Systemen für das menschliche Auge. Durch die intensive Zusammenarbeit mit der Biostatistik in dieser Zeit wird er selbst zum Experten auf dem Gebiet der Datenanalyse. Die Ausschreibung für die Professur „Biostatistik und Datenwissenschaften“ aus Krems 2021 kommt zum passenden Zeitpunkt in seiner Karriere.

Der Weg von der Elektrotechnik hin zum Gebiet der Biostatistik und Data Science verlief in einem weiten Bogen, ohne vorab so geplant gewesen zu sein. Der heutige Forschungsschwerpunkt von Prof. Klee ergab sich aus seinem wissenschaftlichen Werdegang. Genau dies macht ihn zu dem Fachexperten, der er heute ist. Auch im Hinblick auf sein Team legt er Wert auf ein breit gefächertes Fachwissen, das dabei hilft, Probleme aus unterschiedlichen Perspektiven zu analysieren und die kommunikative Diskrepanz zwischen Statistik und Medizin zu überwinden.

Neben seinen ambitionierten Bestrebungen im Aufbau moderner Systeme für das Datenmanagement und die Biostatistik engagiert sich Prof. Klee in der Lehre und der Vermittlung von biostatistischem Wissen an Student_innen und Kliniker_innen. Das Auge bleibt weiterhin sein Steckenpferd. Gegenwärtig arbeitet er gemeinsam mit OÄ Dr. Birgit Pfaller-Eiwegger vom Universitätsklinikum Krems und in Kooperation mit der TU Illmenau an einem Forschungsprojekt zur Präeklampsie, in das er sein ophthalmologisches Wissen bei der Untersuchung von Veränderungen der Gefäße im Augenhintergrund als diagnostische Marker einbringen kann. Gemeinsam mit Kollegen aus Hall strebt er nach der Entwicklung eines individualmedizinischen Gerätesystems zur statischen Gefäßanalyse. Durch die optische Analyse der retinalen Gefäße am Augenhintergrund sollen Gefäßveränderungen frühzeitig erkannt und in der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt werden können. Neue und moderne Diagnose- und Analyseverfahren veröffentlicht Univ.-Prof. Dr. Klee im Rahmen seiner gemeinsamen Editorentätigkeit mit Forschenden aus Wien und England.

Link: Webseite des Fachbereichs Biostatistik und Data Science

Text: Sabine Brandstetter

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