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UK Krems Studie: Immunsystem bei aggressivem Krebs nicht nur hilfreich

Donnerstag, 25 Februar, 2021 - 14:20

Als Freund und Feind zugleich präsentiert sich die Immunabwehr bei der Behandlung einer besonders aggressiven Form von Krebs. Die Annahmen eines medizinischen Forschungsteams der KL und des Universitätsklinikums Krems dazu ließen sich in seiner neuen Übersichtsarbeit untermauern.

Universitätsklinikum Krems

(c) Universitätsklinikum Krems

Das maligne Pleura-Mesotheliom ist eine besonders aggressive Form von Krebs, die schlecht auf Behandlungen anspricht und oft zum Tod der betroffenen Patienten führt. Asbestfasern in der Lunge und chronische Entzündungen gelten als Hauptrisikofaktoren. Eine neue Übersichtsarbeit von Erstautorin Melanie Vogl aus dem Team der Thoraxchirurgie am Universitätsklinikum Krems (Leitung: Prim. Assoc. Prof. Dr. Elisabeth Stubenberger) und der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften Krems (KL) fasst nun die Ergebnisse der aktuellen Forschung zu diesem Thema zusammen.

Das aktivierte Immunsystem scheint demnach zugleich Freund und Feind der natürlichen Krebsabwehr des Körpers zu sein. „Genauer gesagt ist das spezifische Immunsystem unser Freund und sein unspezifisches Gegenstück der Feind, was sich auch im prognostischen Wert der entsprechenden Biomarker widerspiegelt“, fasst Erstautorin Melanie Vogl die Ergebnisse ihrer Studie zusammen.  

In den letzten Jahren fanden Forschungsteams weltweit (darunter auch die Kremser Gruppe) vermehrt Hinweise darauf, dass eine unspezifische Immunantwort das Tumorwachstum sogar fördern kann. Auch dürfte ein vom Tumor gehemmtes spezifisches Immunsystem zur Progression des Tumors beitragen. Wird die spezifische Immunantwort aber durch eine gezielte Immuntherapie reaktiviert, so beginnen die tumorhemmenden Eigenschaften wieder zu wirken. Diese spannenden Resultate gelten möglicherweise nicht nur für das maligne Pleura-Mesotheliom, sondern lassen sich auch auf andere onkologische Erkrankungen anwenden. Die Immuntherapie hat sich zu einer vielversprechenden Behandlungsform bei Krebs entwickelt. „Ein tieferes Verständnis der tumorfördernden und tumorhemmenden Entzündungsprozesse verspricht neue Ansatzpunkte für die Behandlung des malignen Pleura-Mesothelioms, möglicherweise auch bei anderen Krebsformen“, erklärt Bahil Ghanim unter dessen Anleitung die Arbeit entstand.  

Diese Publikation ist im Rahmen des Abkommens der KL für Open-Access-Publikationen mit dem Verlag MDPI für jedermann frei zugänglich erschienen. 

Originalartikel: