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Andreas Farnleitner leitet COVID-19 Expert_innengruppe

Mittwoch, 24 Februar, 2021 - 18:55

Der KL Professor für Water Quality & Health führt eine Taskforce des Österreichischen Wasser- und Abfallwirtschaftsverband zur SARS-COV-2 Viren Risikobeurteilung in Abwasseranlagen.

Kläranlage

(c) Pixabay.com

Die von Prof. Farnleitner geleitete interdisziplinäre Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit pandemiebedingten Risikobewertungen in Abwasserfragen, Nachweismethoden, humanem Gefährdungspotenzial und dem Arbeitnehmer_innenschutz in den Anlagen. Sie stellt eine offizielle Expertenmeinung der Österreichischen Wasser- und Abfallwirtschaft auf Basis des Status quo der Wissenschaft und Technik dar und stellt sie den Betreibenden von Abwasseranlagen aktuell zur Verfügung. Die nationale Task Force setzt sich aus Vertreter_innen der Universitäten, Gesundheitsinstitutionen, Ministerien und Landesbehörden sowie der Wasserwirtschaft zusammen.

Kein erhöhtes Infektionsrisiko durch Abwasser

Nach wie vor ist gemäß der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung der Krankheit über Fäkalien und Abwasser gering. Bei direkter Exposition mit kommunalen Abwasser, wie etwa für Arbeiten auf Kläranlagen und Kanälen, kann jedoch eine Übertragung nicht ausgeschlossen werden.

Die einschlägigen arbeitshygienischen und arbeitsmedizinischen Richtlinien für Abwasseranlagen sind jedoch so ausgelegt, dass sie alle mikrobiologischen Gefährdungen, einschließlich solcher durch Viren, beinhalten und dass deren Maßnahmen zur Reduktion der Infektionsrisiken effektiv und optimal ausgelegt sind. Das Einhalten der allgemeinen Arbeitsschutzregeln und betrieblichen Hygienemaßnahmen sind daher auch gegen SARS-CoV-2 als völlig ausreichend anzusehen.

Nachweis von Viren RNA im Abwasser als schnelle Screeningmethode

Mit Hilfe der PCR Nachweismethode (molekularbiologische Nachweismethode für DNA oder RNA Moleküle) können Teile der SARS-CoV-2 RNA (RNA, Ribonukleinsäure) in kommunalem Abwasser nachgewiesen werden. Dabei handelt es sich um genetisches Material des Virus im Zufluss von Kläranlagen, von welchem keine Ansteckungsgefahr ausgeht. Diese Nachweismethode („abwasserbasierte Epidemiologie“) wird mittlerweile in mehreren Ländern und Regionen der Welt zur Bereitstellung ergänzender Informationen zum COVID-19 Infektionsgeschehen in der Bevölkerung für Gesundheitsbehörden herangezogen.