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Programm iSLS 2022 - gemeinsam Zukunft denken

Wir freuen uns, Sie zu unserem Symposium begrüßen zu dürfen! Das Symposium startet am Donnerstag, 17. März 2022 mit dem Präsymposium. Das 16. internationale Skills Lab Symposium online findet anschließend von 18.-19. März 2022 statt.

 

Keynotes

Keynote SAMSTAG:

Dr. Kai P. Schnabel, MME (IML, AUM, Universität Bern)

 „Standardisierung in der Eidgenössischen clinical skills Prüfung, Humanmedizin.“

Zusammenfassung:

Einführung
2011 wurde in der Schweiz die eidgenössische Clinical Skills Prüfung verbindlich für alle Medizinstudierenden eingeführt [1]. Die Fälle für die 12 Posten werden in einem aufwändigen Verfahren mit einem Vorlauf von 2 Jahren unter Beteiligung aller Schweizer Medizinfakultäten erstellt. Die Prüfung selbst besteht aus 12 Posten und wird an bis zu vier Tage mit jeweils unterschiedlichen Posten in 2 (bald 3) Sprachen zeitgleich durchgeführt. Um für alle Studierenden faire Prüfungsbedingungen zu gewährleisten wird ein besonderes Augenmerk auf die Standardisierung der Rollenspiele gelegt.
Methode
Zur Standardisierung der Rollenspiele ist es wichtig, dass die Skripte so entwickelt und pilotisiert werden, dass in den Landessprachen identische Anweisungen für die Simulationspersonen (SP) festgehalten werden. Im Rahmen der zentralen Standardisierungstreffen werden die Fälle unter Beteiligung von SP-Trainer*innen aller beteiligten Fakultäten mit SPs gespielt und auf Video aufgenommen. Die standardisierten Videos dienen als Grundlage für die dezentralen Trainings an den 6 (bald 7) Prüfungsstandorten. Zur Qualitätssicherung werden die Rollenspiele nach einer gemeinsam entwickelten Checkliste (FAIR_OSCE [2]) systematisch beobachtet. Abweichende Darstellungen werden erfasst und nachfolgen wird gemeinsam beschlossen, wie dies in Zukunft vermieden werden kann.
Ergebnisse
In allen Bereichen der Checkliste (Einstieg, Informationswiedergabe, Rollenspiel) wurden in ca. 500 jährlichen Beobachtngen eine sehr hohe Übereinstimmung mit den gewünschten Rollenverhalten der SP erreicht.
Schlussfolgerung
Die Eidgenössische Clinical Skills-Prüfung ist hoch standardisiert und stellt eine faire Prüfung klinisch-praktischer Fertigkeiten für angehende Ärzt*innen in der Schweiz dar.

References:

Guttormsen S, Beyeler C, Bonvin R, Feller S, Schirlo C, Schnabel K, Schurter T, Berendonk C. The new licencing examination for human medicine: from concept to implementation. Swiss Med Weekly. 2013;143:w13897. DOI: 10.4414/smw.2013.13897

Brem, Beate; Richter, Cornelia Sabine; Schnabel, Kai (12 September 2014). FAIR_OSCE – Feedback structure for assessment of interactive roleplay in Objective Structured Clinical Exams (Unveröffentlicht). In: 4th Swiss Conference on Standardized Patients and Simulation in Health Care. Bern, Switzerland. 10.-12.09.2014.

Keynote 2: 

Meike Schwermann, M.A. (Vorstandsmitglied SimNAT Pflege e.V., Lehrkraft für besondere Aufgaben, Leitung des Skills-Labs an der FH Münster)

Christine Loewenhardt, Dipl.-Pflege- u. Gesundheitswissenschaftlerin (Vorsitzende SimNAT Pflege e.V., Praxisreferentin des Fachbereichs Pflege und Gesundheit der Hochschule Fulda)

"Vorstellung der SimNAT Pflege e.V. Leitlinie für das simulationsbasierte Lehren und Lernen – Entwicklung und Interprofessionelle Orientierung."

Zusammenfassung:

Vorstellung der SimNAT Pflege e.V. Leitlinie für das simulationsbasierte Lehren und Lernen – Entwicklung und Interprofessionelle Orientierung

Seit 2013 empfiehlt die World Health Organization (WHO) die Anwendung von simulationsbasierten Lernmethoden in sämtlichen Ausbildungsprogrammen für Angehörige der Gesundheitsberufe weltweit (WHO 2018). In England genehmigte die Pflegekammer (Nursing and Midwifery Council) schon seit 2007 den Ersatz von 300 simulierten Praxisstunden in der direkten Pflege. Die Verankerung simulationsbasierten Lernens in den gesetzlichen Regelwerken für die Gesundheitsberufe in Deutschland steckt in den Kinderschuhen. Im Pflegeberufegesetz von 2017 ist der Ersatz klinisch-praktischer Ausbildungsanteile durch simulationsbasiertes Lernen an den Hochschulen erstmals auf Bundesebene geregelt (PflBG §38 Abs 3 Satz 4).
Globales Ziel des SimNAT Pflege e.V. Vereins ist es unter anderem, die Sicherheit der Lernenden im eigenen Handeln durch simulationsbasiertes Lernen zu fördern und damit die Güte der beruflichen und akademischen Aus-, Fort- und Weiterbildung in den Pflege- und Gesundheitsberufen durch simulationsbasiertes Lernen zu verbessern. (Schwermann, Loewenhardt, 2021)
SimNAT Pflege e.V. positioniert sich für die Definition von Gütekriterien für simulationsbasiertes Lernen. Bildungseinrichtungen können die Gütekriterien für die Konzeption, Implementierung und Evaluation simulationsbasierten Lernens nutzen und die zuständigen prüfenden Landesbehörden für die Beurteilung der Eignung der vorgelegten Konzepte. SimNAT Pflege e.V. hat daher im Herbst 2019 die „SimNAT Pflege Leitlinie Simulation als Lehr-Lernmethode“ veröffentlicht, die mit Bezug zum Stand der Überarbeitung in der Keynote vorgestellt wird (siehe unter: https://www.simnat-pflege.net/de/simnat/ziele/). Die Leitlinie ist als ein dynamisches Instrument zu verstehen, das kontinuierlich auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse und des neuesten Forschungsstandes weiterentwickelt wird.
In diesem Vortrag wird die konkrete Entwicklung einer ersten deutschen Leitlinie für die Simulation als Lehr-Lernmethode im Rahmen der Qualifikation von Health Care Professionals durch SimNAT Pflege e.V. dargestellt. Diese wurde in einem Arbeitsprozess zwischen 2015 und 2019 erarbeitet und abschließend veröffentlicht.
Diese Leitlinie dient als Grundlage für die Ausgestaltung simulationsbasierten Lernens. Eine einheitliche Sprache erleichtert die Zusammenarbeit aller Beteiligten und fördert die Folgerichtigkeit in Bildung, Praxis und Forschung. (Schwermann, Loewenhardt, 2021)

References:

Schwermann, M., Loewenhardt, C. (2021). SimNAT Pflege – Simulations-Netzwerk Ausbildung und Training in der Pflege. In: A. Kerres, C. Wissing & B. Wershofen (Hrsg.). Skillslab in Pflege und Gesundheitsfachberufen. Intra- und interprofesionelle Lehrformate. Berlin: Springer, S. 1-11.

World Health Organization Regional Office for Europe (2018): Simulation in nursing and midwifery education. http://www.euro.who.int/__data/assets/pdf_file/0011/383807/snme-report-eng.pdf?ua=1 Zugegriffen am 20.2.2022

Keynote 1: 

Tim Herzig, M.A. (Vorsitzender Interprofessioneller Verband zur Integration und Förderung des Skills-Lab-Konzeptes in den Gesundheitsberufen (VIFSG) e.V., Wissenschaftlicher Mitarbeiter Institut für Gesundheitsforschung und Bildung (IGB) der Universität Osnabrück)

 
„Das Skills Lab als Handlungsfeld Lehrender: Potenziale des shift from teaching to learning“

Vor dem Hintergrund einer fortwährenden Professionalisierung in der Medizin und den Gesundheitsfachberufen erfahren das simulationsbasierte Lernen sowie das Skills-Lab-Konzept einen zunehmend verbindlichen Charakter für die Lehrgestaltung in den hochschulischen Bildungseinrichtungen (vgl. Gesetz zur Reform der Pflegeberufe, 2017; Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, 2020; Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit, 2021).

Zugleich kann auf eine international umfängliche Forschungslage sowie auf eine in den Anfängen stehende theoretische Auseinandersetzung des simulationsbasierten Lernens geblickt werden (vgl. Loewenhardt & Herzig, 2021). Diese wissenschaftliche bzw. theoretische Fundierung ist relevant, steht sie sowohl für die Legitimation der hochschulischen Bildungsprozesse im Skills Lab und die Kompetenzanbahnung des zukünftigen Gesundheitspersonals mit dem Ziel einer bestmöglichen Patienten- und Klientenversorgung, als auch für die grundsätzliche Legitimation der hochschulischen Ausbildung in den Gesundheitsfachberufen (vgl. Wissenschaftliche Dienste, 2021).

Die Konzeption akademischer Bildung wird dann praktisch wirksam, wenn deutlich wird, wie Lehr-/Lernarrangements im Skills Lab zu gestalten sind, die zu einer Anbahnung beruflicher Handlungskompetenz führen (1). Das HRK-Fachgutachten zur Kompetenzorientierung in Studium und Lehre (2012) bieten eine Grundlage auch das Bildungspersonal selbst in den Blick zu nehmen und Fragen einer Anbindung an praxisbezogene Konzepte und Ansätze kompetenzorientierter Lehr-/Lernarrangements zu beantworten.

So erfordert eine entsprechende Lehr-/Lerngestaltung eine veränderte Sicht auf die Rolle der Lehrenden im Skills Lab. Diese agieren hinsichtlich der Anforderungen an die berufliche Bildung in verschiedenen Rollen und sollen grundsätzlich stärker als Bereitsteller und Arrangeure von Lerngelegenheiten sowie Begleiter und Berater der Lernenden verstanden werden (2). Aufgaben der Wissenspräsentation und der Instruktion fallen jedoch nicht weg, sollen aber zugunsten von Phasen des selbstgesteuerten Lernens reduziert werden. In diesem Zusammenhang ist es entscheidend, dass es den Lehrenden gelingt, einen Sichtwechsel auf den Lehr-/Lernprozess zu vollziehen, der auch als shift from teaching to learning beschrieben wird (3).

In diesem Vortrag liegt der Ansatzpunkt des Verstehens in der Fallrekonstruktion, wobei sich am Einzelfall der hochschulischen Bildungseinrichtungen in den Gesundheitsfachberufen orientiert und die subjektiven Sichtweisen der Lehrenden im Skills Lab als analytischer Bezugspunkt genutzt wurde. Mittels leitfadengestützter Expertengespräche als Verfahren der Datenerhebung konnten Aspekte der Entwicklung und der Umsetzung des Skills-Lab-Konzeptes erfasst werden, die auch Einblick in die Rollenerwartungen der Lehrenden geben. Der Vortrag schließt mit Handlungsempfehlungen für die Berufs- und Lehrpraxis.

Literaturhinweise

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (2020). Studien- und Prüfungsverordnung für Hebammen, Abgerufen unter: https://www.gesetze-im-internet.de/hebstprv/BJNR003900020.html

Fendler, J. & Gläser-Zikuda, M. (2013). Teaching experience and the „Shift fom teaching to learning“. Zeitschrift für Hochschulentwicklung, 8(3), S. 15–28.

Gesetz zur Reform der Pflegeberufe (Pflegeberufereformgesetz (PflBrefG)) (2017). Bundesgesetzblatt, 2017 (49), S. 2581–2614.

Kember, D. & Kwan, K.‑P. (2000). Lecturers‘ approaches to teaching and their relationship to conceptions of good teaching. Instructional Science, 28(5), S. 469–490. https://doi.org/10.1023/A:1026569608656

Loewenhardt, C. & Herzig, T. (2021). Lernen in simulierten Lernumgebungen in den Gesundheitsfachberufen. In: Sahmel, K.-H. & Darmann-Finck (Hrsg.). Pädagogik im Gesundheitswesen (1-18). Springer Reference Medizin & Pflege – Therapie – Gesundheit.

Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit (2021). Verordnung zur Neuregelung der ärztlichen Ausbildung.

Reinmann, G. & Mandl, H. (2006). Unterrichten und Lernumgebungen gestalten. In A. Krapp & B. Weidenmann (Hrsg.), Pädagogische Psychologie. Ein Lehrbuch (5. Auflage, S. 613-658). Weinheim: Beltz PVU.

Schaper, N. (2012). Fachgutachten zur Kompetenzorientierung in Studium und Lehre (Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Hrsg.).

Wissenschaftliche Dienste (2021). Dokumentation. Zur Akademisierung in der Physiotherapie, Logopädie und Ergotherapie. Deutscher Bundestag (WD 9 – 3000 – 091/21).

Kontakt

Tim Herzig

Universität Osnabrück

Institut für Gesundheitsforschung und Bildung (IGB)

Abteilung ‚Didaktik der Humandienstleistungsberufe‘

Nelson-Mandela-Str. 13

49076 Osnabrück

Mail: tim.herzig@uni-osnabrueck.de

Programm:

Donnerstag, 17.03.2022 - Präsymposium

 

ASP-Präsymposium 2022

SP-Programm – Wie hast du`s mit der Diversität?

 

Frau Gisela Meier kommt in die Hausarztpraxis und es soll ein Check-up-Gespräch geführt werden. Frau Meier ist Mitte 60, berentet, hat früher als Lehrerin in einer Grundschule gearbeitet. Sie ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

So oder so ähnlich könnte eine Personenbeschreibung in einem Rollenskript beginnen. Was hat das nun mit Diversität zu tun? Diversität umfasst nach gängigen Definitionen und Gesetzen häufig folgende sechs Kategorien: Alter, Geschlecht, Ethnie, körperliche Beeinträchtigung, sexuelle Orientierung und Religion (vgl. u.a. Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG), Bundes-Gleichbehandlungsgesetz (B-GlBG)).

In den Simulationen der Patient*innen-Fälle für die medizinische Ausbildung sind diese Kategorien jedoch aus unterschiedlichen Gründen nicht immer abgebildet, da möglichst prototypische Fallszenarien als Vehikel für die medizinisch-fachlichen Lernziele dienen, die laut Prüfungsordnung gelehrt werden müssen. Damit sind verschiedene Personengruppen unserer Gesellschaft in den Trainingsszenarien schlichtweg nicht repräsentiert.

Dabei können die Simulationspersonenprogramme (SP-Programme) einen Beitrag zur Integration von Diversität im medizinischen Kontext leisten: Sinnvoll gewählte Simulationen mit divers gestalteten Rollenskripten sowie die Besetzungsauswahl können die gesellschaftliche Vielfalt widerspiegeln und einen Zugang zum Thema Diversität bei den Studierenden ermöglichen. An manchen Stellen stoßen die SP-Programme in ihrer aktuellen Verfasstheit jedoch an ihre Grenzen, Diversität zu berücksichtigen.

In dem eintägigen Workshop möchten wir uns dem Thema Diversität von den Grundlagen her annähern und streben sowohl eine eigene Sensibilisierung an als auch Handlungsoptionen für die konkrete Arbeitspraxis zu erarbeiten. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Die Teilnehmenden erhalten im Vorfeld einige Informationen sowie Reflexionsfragen, die später im Workshop wieder aufgegriffen werden. Neben Inputs von anderen GMA-Ausschüssen („Kulturelle Kompetenz & Global Health“, „Gender, Diversity und Karriere“) sowie einer externen Referentin, Franziska Blath, Trainerin für Anti-Diskriminierung und vorurteilsbewusstes Handeln nach dem Anti-Bias Ansatz (gesellschaftliche Positionierung: Weiß/Cis-Frau), wird es interaktive Diskussionen und eine Erarbeitung verschiedener Themenschwerpunkte (z.B. Anforderungen an SP-Pool und -Besetzungsstrategien; mögliche Fallszenarien; Zielformulierungen für die Lehre) in Kleingruppen geben.

Wir freuen uns auf die gemeinsame Arbeit,

Susanne Borgmann (Göttingen), Julia Freytag (Berlin), Linn Hempel (Halle), Tim Peters (Bielefeld) (alph. Reihenfolge)

 

Freitag, 18.03.2022 - iSLS online

Samstag, 19.03.2022- iSLS online

Events

  1. 22 Jul

    PSYCHOLOGIE Meet & Greet

    22. Juli 2022, 16:00 - 18:00
    Karl Landsteiner Privatuniversität, Trakt Y
  2. 23 Jun

    Sektionstagung Kulturgerontologie – "Perspektiven auf das Alter(n)"

    23. Juni 2022, 09:00 - 25. Juni 2022, 17:00
    Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften, Trakt Y
  3. 20 Jun

    D.O.T. Abschlusskonferenz 2022

    20. Juni 2022, 14:00 - 16:00
    Online via MS Teams