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Europäisches Forum Alpach: Wasser & Gesundheit

Fr, 28.08.2020 - 14:00 - 16:00
Alpbach

Gehen wir sorgsam mit Wasser, dem Ursprung allen Lebens, um? Ein Blick auf die aktuelle Situation und zukünftige Entwicklung im Zuge der Klimaveränderung und Globalisierung.

Europäisches Forum Alpbach

(c) Bogdan Baraghi

Das FORUM ALPBACH - Technologiegespräche Alpbach 2020 findet von 23. August bis 3. September 2020 statt. Am 28. August spricht Univ.-Prof. Dr. Andreas Farnleitner, Leiter des Fachbereichs Wasserqualität und Gesundheit der Karl Landsteiner Privatuniversität, im Zuge einer Podiumsdiskussion über die internationalen Aspekte "Wasser & Gesundheit (inkl. nachhaltige UN Entwicklungsziele 2030)"

Die Qualität von Wasser ist in allen Lebensbereichen für die Gesundheit des Menschen von essentieller Bedeutung. Besonders offensichtlich wird das beim wichtigsten Lebensmittel des täglichen Lebens, unserem Trinkwasser. Global betrachtet zählt unsicheres (Trink)Wasser - gemäß der Weltgesundheitsbehörde WHO - immer noch zu den Top Gesundheitsrisiken und sicheres Wasser für ALLE ist Teil der UN-Entwicklungsziele bis 2030. Neben quantitativen und chemisch-toxikologischen Problemen sind vor allem mikrobiologische Kontaminationen die Hauptursache von unsicherem Wasser. Die größten Herausforderungen zur Erreichung der genannten UN-Ziele stellt das Phänomen der globalen Veränderung („Global Change“) dar, das sich als Faktorenkomplex von Klimaveränderung, Bevölkerungswachstum, Urbanisierung, Migration, als auch zunehmendem Ressourcenstress umreißen lässt. Neben dieser Herausforderung gilt es jedoch, aufgrund des wissenschaftlichen Fortschritts, neue Möglichleiten zu nutzen und im Sinne der Zielerreichung umzusetzen. Einerseits werden innovative Methoden der Wassergewinnung und -aufbereitung zugänglich („Water Technology Change“). Andererseits ist derzeit ein weltweiter Quantensprung im Bereich der Möglichkeiten der Analyse und Überwachung der mikrobiologischen Qualitätscharakteristik im Gange („Analysis Change“). Diagnostische Verfahren zur Analyse der Wasserqualität profitieren dabei zunehmend von den großen Fortschritten der Lebenswissenschaften, sowie Bio- und Informationstechnologien. Ein Ende dieser „Evolution“ der neuen Möglichkeiten ist derzeit nicht in Sicht. Während bis vor einigen Jahren die Kultivierung von Mikroorganismen, seit dem Wirken von Nobelpreisträger Robert Koch und Kollegen seiner Zeit vor über 100 Jahren, das wesentliche diagnostische Nachweisprinzip darstellte, wird dieser Laborstandard nun durch Verfahren der Molekularbiologie und Biochemie erweitert. Methoden der PCR-Analytik und DNA-Sequenzierung sind dabei, die mikrobiologische Analytik der Wasserqualität zu revolutionieren. Diese Fachausdrücke stellen auch spätestens seit der CORONA-Krise keine Fremdwörter im alltäglichen Sprachgebrauch mehr dar. Daneben werden mikrobiologische Messverfahren auch der Automatisierung zugänglich gemacht. Eine wesentliche Herausforderung - aber auch Chance - liegt in der Zusammenarbeit der Fachdisziplinen mikro- und molekularbiologischer Diagnostik mit der mathematischen bzw. hydrologischen Modellbildung („Analysis/Simulation Change“). Durch diese zukunftsträchtige Kombination wird das neu generierte diagnostische Wissen in die Realität der Ingenieurswissenschaften und somit in wirksame Praktiken des täglichen Qualitätsmanagements der Wasserwirtschaft übersetzt. Dabei werden mögliche Gesundheitsrisiken erstmals abschätzbar und optimale Maßnahmen im Bezug zum resultierenden Sicherheitsmanagement quantifizierbar (z.B. optimale Dimensionierung von Wasserschutzgebieten, Auslegung von Aufbereitung und Desinfektion). Letztlich soll die zunehmende Bedeutung moderner, qualitätsgesicherter Online-Kommunikations- und Wissensplattformen zur Verbreitung des Knowhows nicht unerwähnt bleiben. Als prominentes Beispiel ist das Global Water Pathogen Projekt (GWPP) für die Bereiche Abwasserentsorgung und Wasserhygiene zu nennen, an dem hunderte renommierte Wissenschaftler in Zusammenarbeit mit UNESCO und WHO ein globales dynamisches „Wissensnetzwerk“ bilden.

Events

  1. 07 Okt

    Ringvorlesung: Gender matters!

    07. Oktober 2020, 18:00 - 22:00
    Auditorium der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften
  2. 16 Okt

    Österreichische Psychotherapieforschungstagung

    16. Oktober 2020, 10:00 - 18:00
    Online Tagung: https://goeg.at/OE_Psychotherapieforschungstagung
  3. 21 Okt

    Ringvorlesung: Gender Medicine

    21. Oktober 2020, 18:00 - 22:00
    Auditorium der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften