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Psychodynamik

Forschung

Der Pionier der Psychoanalyse, Sigmund Freud (1856-1939), charakterisierte die Psychoanalyse und damit auch die psychodynamischen Wissenschaften schon als Junktim zwischen Forschen und Heilen. Dieser Leitgedanke wurde von Psychoanalytiker_innen in der Nachfolge Freuds konsequent weiterverfolgt und entwickelt. Die psychodynamische Forschung widmet sich entsprechend den klinischen, empirischen und wissenschaftsphilosophischen Untersuchungen sowie inter- und multidisziplinären Ansätzen. Sie beschäftigt sich mit der Wirkungsweise und der Wirksamkeit von psychodynamischen, theoretischen Annahmen, Forschungsmethodologien und klinischen Behandlungstechniken sowie mit der Anwendung derselben auf nicht-klinische Phänomene und Wissenschaften.

Zur Psychotherapieforschung sowie zu den Durchschnittspopulations-Forschungsvorhaben werden empirische Methodologien verwendet. Zur Anwendung kommen dabei psychometrische Instrumente, welche auf der Grundlage der klinischen Erfahrung in der Psychoanalyse und der psychodynamischen Psychotherapie entwickelt wurden. Das breit angelegte Forschungsspektrum ist nicht nur geeignet, umfassende klinische Untersuchungen von Prozessen und Ergebnissen der Behandlungen zu unternehmen, sondern auch um meta-theoretische, begriffliche und epistemologische Fragestellungen sowie den Bereich der Subjektivität in nicht-reduktiver Weise zu erforschen. Der Zugang zu Fragen der Subjektivität wird in jüngster Vergangenheit insbesondere durch multidisziplinäre cutting-edge Forschungswerkzeuge und -ergebnisse aus dem kognitiven Feld - den kognitiven Neurowissenschaften und den Kognitionswissenschaften - ermöglicht, wobei die Kernfrage dabei ist, wie das Verhältnis von „mentalen“ und „physikalischen“ Prozessen beschaffen ist. Vor diesem Hintergrund versucht das durch den Niederösterreichischen Fond Wissenschaft und Bildung (NFB) geförderte Projekt Die Irreduzibilität der Erfahrung [SC16-025] ausgewählte Entwürfe und Strömungen, die sich mit dem Phänomen der subjektiven Erfahrung auseinandersetzen, auszuwerten, um Konvergenzfelder auszuarbeiten. Psychoanalytische Forschungsergebnisse sowie konvergierende Theorien der analytischen Philosophie des Geistes und Befunde aus dem kognitiven Feld werden systematisch miteinander ins Gespräch gebracht.

Als vorteilhaft erweist sich, dass die Psychoanalyse neben der theoretischen und klinischen auch über eine reichhaltige empirische Forschungstradition verfügt.

Damit soll nicht zuletzt ein Beitrag zur Grundlagenforschung der Medical Humanities geleistet werden. Die Medical Humanities bilden ein multidimensionales Feld, das Zusammenhänge, Erfahrungen und begriffliche Fragen in der Medizin und in den Gesundheitswissenschaften im Dienste der Bildung der beruflichen Identität der Mediziner_innen sowie der Kliniker_innen und Forscher_innen der Gesundheitswissenschaften untersucht. Die Bemühungen betreffen vor allem die Professionalisierung der medizinischen und Gesundheitsberufe und ihre Bedeutung für den Menschen im Rahmen der Leitgedanken von Responsible Science, die einem verantwortungsvollen wissenschaftlichen Fortschritt verpflichtet sind. Mittelpunkt der geplanten Forschung und fachübergreifenden Lehre der Medical Humanities bildet die Beachtung des gesamten Menschenbilds und dessen Ausdruck und Widerspiegelung in der Beziehung zwischen Ärzt_innen bzw. psychotherapeutischen und psychologischen Kliniker_innen und Patient_innen und im ärztlichen, psychotherapeutischen oder psychologischen Gespräch. Weiters untersucht die Universitätsprofessur für Psychotherapieforschung im Rahmen des durch das Land Niederösterreich geförderten Projektes die Psychodynamischen Aspekte der religiösen Erfahrung im Bezugsrahmen der Abrahamitischen Religionen [K3F730/001-2017]. Die psychologischen und psychodynamischen Untersuchungen der religiösen Erfahrung stellen eine Wissenschaft des menschlichen Verhaltens und der menschlichen Erfahrung dar, so dass die religiöse Erfahrung als spezifisch menschliches Erlebnis von der Methodologie dieser Wissenschaft adressiert werden kann.

Die daraus forschungsgenerierten Maimonides Lectures thematisieren mit Symposien und Keynote Lectures die Wechselwirkungen zwischen Abrahamitischen Religionen und Wissenschaften. Im Geist des Philosophen, Arztes und Gelehrten Mosche ben Maimon begegnen die Maimonides Lectures den jüdischen, christlichen und islamischen Traditionen. Die Maimonides Lectures in Niederösterreich werden gemeinsam von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) mit den Abrahamitischen Religionsgemeinschaften in Österreich und der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften (KL) unter der Schirmherrschaft des Amtes der Niederösterreichischen Landesregierung veranstaltet und etablieren somit kooperative, nachhaltige Forschung auf Exzellenzniveau.

 

 

 

 

 

 

Events

  1. 10 Jun

    Online INFO TALK Masterstudium Psychologie

    10. Juni 2020, 17:00 - 17:30
    Online Chatroom
  2. 17 Sep

    Internationales Skills Lab Symposium 2020 - ABGESAGT

    17. September 2020, 09:00 - 19. September 2020, 18:00
    Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften, Skills Lab, Trakt Y
  3. 18 Mär

    Internationales Skills Lab Symposium 2021

    18. März 2021, 09:00 - 20. März 2021, 18:00
    Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften, Skills Lab, Trakt Y