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Andreas Farnleitner invited to speak at the 29th International Danube Shipping & Tourism Conference

Andreas Farnleitner zu Vortrag bei der 29. Internationalen Donauschifffahrts- & Tourismuskonferenz eingeladen

Vom 23. bis 26. November, 2025 fand in Straubing (Bayern), die 29. Internationale Donauschifffahrts- & Tourismuskonferenz statt. Andreas Farnleitner wurde von den Organisatoren zu einem Vortrag über die Bedeutung einer ordnungsgemäßen Abwasserentsorgung der Donauschifffahrt für die Wasserqualität der Donau eingeladen. In der Vergangenheit war in diversen Medien und der Bevölkerung mehrmals Vermutungen geäußert worden, dass die Donauschifffahrt zu einer signifikanten fäkalen Belastung der Donau führen würde. Um eine gesicherte Daten- und Beurteilungsgrundlage zu schaffen, wurde vom ICC Water & Health ein spezielles 3-stufiges Untersuchungskonzept entwickelt, welches in einer vielbeachteten Publikation im Top Journal Water Research mündete (Steinbacher et al 2024, https://doi.org/10.1016/j.watres.2024.122029). Das international anwendbare Konzept besteht aus der theoretischen Ermittlung und dem Vergleich verschiedener Emissionsszenarien, einer hochauflösenden Feldanalyse der Flusswasserqualität inklusive genetischer Untersuchungen der fäkalen mikrobiologischen Einträge, sowie einer vergleichenden statistischen Analyse der erhobenen Felddaten mit dem beobachteten Schiffsaufkommen. Die Schlüsselerkenntnisse der Studie zur nachhaltigen Erhaltung der Wasserqualität der Donau im Speziellen in Bezug auf die Donauschifffahrt wurden mit Moderator Tarek Leitner und über 300 Branchenverteter:innen intensiv diskutiert.

Link: 

https://www.donau-oesterreich.at/donauschifffahrt/donauschifffahrtskonferenz/rueckblick-29-donauschifffahrtskonferenz-in-straubing

Danksagung: Die Studie wurde gemeinsam mit der Abteilung Wasserwirtschaft (Amt der NÖ Landesregierung) und der Schifffahrtspolizei umgesetzt. Die Finanzierung erfolgte über das Land NÖ sowie das GFF-Forschungsprojekt „Future Danube“ (LSC19-016).

Tenure Track Position für Claudia Kolm

Tenure Track Position für Claudia Kolm

Wir freuen uns sehr, dass Claudia Kolm, zur Assistenzprofessorin im Fachbereich Wasserqualität und Gesundheit der Karl Landsteiner Universität für Gesundheitswissenschaften befördert wurde!

Claudias Forschung und Lehre leisten einen bedeutenden Beitrag im Bereich Wasserqualität und öffentliche Gesundheit, wobei der Schwerpunkt ihrer Forschung auf der Methodenentwicklung liegt. ihr großes Engagement inspiriert Kollegen und Studenten gleichermaßen.

Die KL-Gemeinschaft freut sich sehr, diese Leistung zu feiern und darauf, mit Claudia weitere Forschungsvorhaben in die Tat umsetzen zu können.

Wie beeinflussen Antibiotikaresistenzen Niederösterreichs Flüsse?

An der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften wurde im Fachbereich Wasserqualität und Gesundheit von März 2020 bis August 2024 eine umfassende Studie zur Verbreitung von Antibiotikaresistenzen und krankheitsrelevanten Keimen in niederösterreichischen Flüssen durchgeführt. Ziel der Untersuchung war es, ein möglichst realistisches Bild der aktuellen Lage zu gewinnen – sowohl für wissenschaftliche Fachkreise als auch für die Wasserwirtschaft – und die Ergebnisse in einen internationalen Kontext einzuordnen. Die Studienarbeit wurde durch die Gesellschaft für Forschungsförderung Niederösterreich (GFF, Projekt "RIVAR") unterstützt. Die Studienleiter, Assoc.-Prof. PD Mag. Dr. Alexander Kirschner und Univ.-Prof. PD Dr. Andreas Farnleitner, MSc berichten über die Durchführung, inhaltliche Zugänge und daraus abgeleitete Empfehlungen für die heimische Abwasserwirtschaft.

 

Antibiotikaresistenzen in Flüssen und Abwässern stehen zunehmend im wissenschaftlichen und öffentlichen Interesse. Um erste umfassende Daten über das Auftreten solcher Resistenzen in niederösterreichischen Flüssen zu gewinnen, wurden Wasserproben aus vier Flüssen untersucht. Die Proben stammten aus unterschiedlichen Abschnitten – von sauberen Oberläufen bis hin zu Bereichen unterhalb von Kläranlagen, in deren Einzugsgebiet auch Abwässer aus Krankenhäusern enthalten waren. „Die Untersuchungen konzentrierten sich auf einen Abschnitt der Donau bei Krems und Traismauer, wo zwei kommunale Kläranlagen einleiten, sowie drei Zubringerflüsse: die Ybbs, die Traisen und der Kamp. Hierbei wurde untersucht, ob diese Gewässer durch Einleitungen von Kläranlagen mit klinischem Abwasser – etwa aus Krankenhäusern in Zwettl, Amstetten, Krems und St. Pölten – belastet sind. Zum Vergleich wurden auch sogenannte Referenzstandorte einbezogen, etwa oberhalb von Lunz oder bei Herzogenburg, wo kein oder nur minimaler Einfluss durch Kläranlagen besteht. Diese Standorte dienen als Basislinie für die Bewertung der Belastung“, schildert Prof. Dr. Alexander Kirschner, stellvertretender Leiter des Fachbereichs.

Die Studie verfolgte zwei zentrale Fragestellungen: Zum einen wurde die gesundheitsrelevante Belastung durch resistente Bakterien untersucht, zum anderen, wie sich die entsprechenden Resistenzgene bereits in den Bakteriengemeinschaften der Flüsse ausgebreitet haben. „Als Modell-Krankheitserreger mit hoher Relevanz für den Menschen haben wir Escherichia coli analysiert. Dieser Indikator wird auch von der WHO für das Umweltmonitoring empfohlen. Insgesamt wurden 2.736 Isolate gewonnen und hinsichtlich ihrer Resistenz gegenüber 20 verschiedenen Antibiotika getestet – ein sehr umfangreicher Datensatz, der von unserer Doktorandin Melanie Leopold mit Unterstützung von Studierenden erhoben wurde“, erläutert der Experte. Darüber hinaus wurden neun verschiedene Antibiotikaresistenz-Gene untersucht, darunter auch solche von hoher klinischer Relevanz, die nur selten auftreten und oft bei Reserveantibiotika eine Rolle spielen. „Dabei wurde analysiert, wie sich diese Gene in den Mikrobiomen der Flüsse verbreitet haben – insbesondere nach Einleitstellen von Kläranlagen“, so Univ.-Prof. Dr. Andreas Farnleitner, Co-Leiter der Studie und Leiter des Fachbereichs.

Ergebnisse und internationale Einordnung
An jedem Fluss wurden vier Messstellen ausgewählt, die im Zeitraum eines Jahres (Oktober bis Oktober) jeweils fünf Mal beprobt wurden. Dadurch ließ sich auch die zeitliche Entwicklung beurteilen –etwa, ob saisonale Schwankungen eine Rolle spielen. „Österreich verfügt insgesamt über eine sehr gute Abwasseraufbereitung, die in erster Linie auf die Entfernung von Nährstoffen, wie Kohlenstoff-, Stickstoff- und Phophorverbindungen abzielt. Die Reduktion krankheitserregender Keime ist dabei ein sehr positiver Nebeneffekt. Dennoch gelangen Krankheitserreger, Fäkalbakterien und auch Resistenzgene trotz der Reinigungsstufen weiterhin in die Umwelt“, schildert Alexander Kirschner die Ergebnisse. Ein internationaler Vergleich zur Emission von Resistenzen und Resistenzgenen zeigt: Österreich liegt innerhalb Europas etwa auf einem niedrigen Belastungsniveau, ähnlich wie die skandinavischen Länder. Die in den untersuchten Flussabschnitten gemessenen Konzentrationen geben daher aktuell keinen unmittelbaren Grund zur Sorge. Gleichzeitig ist die Datenlage in vielen Bereichen noch unzureichend. Besonders die langfristige Verweildauer resistenter Bakterien und Resistenzgene, ihre Auswirkungen auf Menschen, Tiere und Umwelt sowie die Verknüpfung mit landwirtschaftlichen Quellen sind bislang kaum erforscht.

One-Health-Ansatz und weitere Maßnahmen 
Die Ergebnisse unterstreichen auch die Bedeutung des One-Health-Ansatzes, der Mensch, Tier und Umwelt als zusammenhängendes System betrachtet. „Einerseits wäre – wie aufgrund der neuen EU-Abwasserrichtlinie derzeit thematisiert und vorgeschlagen – der Ausbau kommunaler Kläranlagen um eine zukünftige vierte Reinigungsstufe zur Reduktion von chemischen Spurenstoffen von großem Nutzen. Dies könnte auch zu einer weitergehenden Entfernung von Antibiotikaresistenzen beitragen. Ein weiterhin zurückhaltender Einsatz von Antibiotika, insbesondere im klinischen und niedergelassenen Bereich, ist aber genauso wichtig wie ein künftiges weiterführendes Monitoring im Rahmen von Studien, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen und Entwicklungen zu bewerten.“ Das Fazit: „Die Studie liefert einen wichtigen Beitrag zur Einschätzung der Umweltbelastung durch Antibiotikaresistenzen in österreichischen Gewässern. Sie zeigt, dass trotz guter Rahmenbedingungen weiterhin Handlungsbedarf besteht – sowohl in der Untersuchung zukünftiger Umweltemissionen als auch im Bereich des verantwortungsvollen Einsatzes von Antibiotika“, so Alexander Kirschner abschließend.

Link zur Studie: Erste umfassende quantitative Erhebung von Antibiotikaresistenzen in vier niederösterreichischen Flüssen - Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften, Interuniversity Cooperation Centre Water&Health, www.waterandhealth.at

Der Fachbereich Wasserqualität und Gesundheit "auf 3. Mission"

Der Fachbereich Wasserqualität und Gesundheit „auf 3. Mission“

Neben Forschung und Lehre ist die „3. Mission“ beim Fachbereich Wasserqualität und Gesundheit von besonders großer Bedeutung, nämlich die Translation des Wissens in die Gesellschaft. Dies wird einerseits durch umfassende Aktivitäten in Fachgesellschaften und andererseits durch Wissensvermittlung in die „normale“ Bevölkerung abgewickelt. Im Zuge dessen war Prof. Andreas Farnleitner am 22. September als Keynote-Speaker beim 9. Spätsommer-Workshop der Deutschen Wasserchemischen Gesellschaft in Langenau eingeladen, um über das Thema „Diagnose und Überwachung mikrobieller Gefährdungen für das Risikomanagement in der Trinkwasserversorgung“ zu referieren. Im Zentrum stand dabei die Revolution in der Wasseranalytik durch die zunehmende Anwendung genetischer Methoden in der fäkalen Verschmutzungsdiagnostik, die inzwischen nicht nur in wissenschaftlichen Studien sondern auch in der Allgemeinen Praxis Eingang findet. 

Am 30. September gab Assoc. Prof. Alexander Kirschner für die Volkshochschule Floridsdorf ein Webinar zum Thema „Wie sauber ist die Donau?“.

In seinem Vortrag sprach Alexander Kirschner vor allem über die Entwicklung der fäkalen Verschmutzung der Donau während der letzten 25 Jahre, wobei auch die neuesten Ergebnisse der diesjährigen Donauexpedition (Joint Danube Survey) einflossen.

Immer noch gut geschütztes Wasserreich

Der Text erschien im Onlinemagazin Art & Science Krems, einem Kooperationsprojekt der KL.

Sauberes Wasser aus der Leitung ist in Österreich sehr selbstverständlich. Andreas Farnleitner, Leiter des Fachbereichs Wasserqualität und Gesundheit an der Karl Landsteiner Uni und Co-Leiter des ICC Water & Health, erklärt das Sicherheitsnetz hinter jedem Glas Trinkwasser.

 

Wir kennen es hierzulande nicht anders: „Das Trinkwasser in Österreich hat exzellente Qualität“, sagt Andreas Farnleitner, Fachbereichsleiter Wasserqualität und Gesundheit an der Karl Landsteiner Privatuniversität. Farnleitner kennt es schon anders, ist er doch als Wissenschaftler in verschiedenen Ländern der Welt tätig gewesen. Zu verdanken haben wir die vergleichsweise hohe Menge und Qualität des Wassers vor allem auch der Gunstlage an den Alpen. Unsere Trinkwasserressource ist das Grundwasser. Das „Wasserreich“ Österreich hat immer darauf gesetzt, Quellgebiete gut zu schützen und notwendige Aufbereitungsmaßnahmen zu minimieren. „Wir leben aber nicht auf einer Insel der Seligen – der Klimawandel zeigt auch in Österreich Auswirkungen. Vor allem im Osten gibt es regional beispielsweise weniger Wasser, aber die Wasserwirtschaft reagiert darauf, und Versorger schließen sich für eine bessere Verteilung zusammen.“ Als Lebensmittel unterliegt Trinkwasser den strikten Vorgaben und Grenzwerten der österreichischen Trinkwasserverordnung und wird durch unabhängige Stellen streng kontrolliert.

Farnleitner hält eine Doppelprofessur an Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften und TU Wien. Er und seine Kolleg*innen vom Interuniversitären Kooperationszentrum Wasser & Gesundheit (ICC Water & Health), dem auch die MedUni Wien angehört, sind in verschiedenen Gremien federführend vertreten, beispielsweise bei der International Water Association (IWA) oder als Gutachter bei der WHO. Das ICC Water & Health hat sich vor zwanzig Jahren „organisch entwickelt – ohne Auftrag – aus einer ersten Zusammenarbeit von mir mit Professorin Regina Sommer von der MedUni Wien. Das ist das Erfolgsrezept“, sagt Farnleitner, der Co-Leiter des Kooperationszentrums ist. Sonst müsste man es wohl schleunigst erfinden, denn hier wird international vernetzt geforscht, um Trinkwasser, Bewässerung, Badewasser, Beschneiung etc. nachhaltig absichern zu können.

Wachsende Herausforderungen

Beispielhaft sei die Forschungskooperation mit der Stadt Wien genannt, die bis 2029 vier große Gestaltungskräfte beleuchten will, um ihnen zu begegnen: Global Change, Technology Change, Analysis Change und Regulation Change. Global Change umfasst mehr als die Klimaerhitzung. Es geht z.B. auch um neue Erreger durch mehr Reisebewegungen oder mehr Abwässer durch wachsende Städte. Die Menge und Verteilung von Trinkwasser verändern sich bei zunehmender Erwärmung. Es gibt häufiger Extremwetterereignisse, die Trinkwasser gefährden können. Weniger Wasser kann etwaige Verschmutzungen weniger gut verdünnen. Ein ausgetrockneter (oder gar versiegelter Boden) verliert die Fähigkeit, Wasser aufzunehmen und zu halten. Er filtert weniger gut – Niederschlag rauscht durch oder fließt einfach ab.

Ein Molekül in einer Badewanne

Wie wirken sich Klimaerhitzung, Mikroplastik und persistente Chemikalien aktuell auf das Trinkwasser aus? „Die Quellschutzgebiete sind zumeist gut gewählt, um den menschlichen Einfluss zu minimieren. Spurenstoffe können heute sehr genau gemessen werden. Dass etwas im ‚Pikogramm-Bereich‘ nachweisbar ist, bedeutet nicht automatisch eine Gefährdung der Gesundheit. Relevante Substanzen müssen jedoch identifiziert und streng reguliert bzw. verboten werden. Wir müssen zudem die genaue toxikologische Relevanz vieler Substanzen erst weiter erforschen und belegen“, so Farnleitner. Hier greift der Analytic Change, wobei es letztlich darum geht, Messmethoden so zu wählen, dass sie stabil, kosteneffizient und vergleichbar in der Praxis angewendet werden können.

Der Regulation Change greift etwa in Form der „Water Safety Planning Strategie“ der WHO. Trinkwassersicherheit wird darin „from the catchment to the tap“, also ab dem Einzugsgebiet bis zum Wasserhahn entlang der gesamten „Produktionskette“ definiert. Diese muss geplant, geprüft und gemanagt werden. Zudem sind Vorgaben und Vorgehensweisen für Trinkwassergefahren festgelegt, wie z.B. Hochwasser: „Diese Planung ist nie abgeschlossen, der Prozess wird von Fachleuten schrittweise immer weiter verbessert“. Grundsätzlich gelten nun auch direkte und ambitionierte gesundheitsbezogene Ziele der WHO. Vereinfacht gesagt, darf sich beispielsweise maximal einer von 10.000 Menschen pro Jahr beim Wassertrinken eine fäkal-bürtige Infektion zuziehen. Wo die Trinkwasserqualität nicht ausreicht, ist gesetzlich eine Desinfektion bzw. Aufbereitung vorgeschrieben. Angesichts der fortschreitenden Erwärmung ist zudem zu beachten, dass Trinkwasser ein verderbliches Gut ist: „Eine gut gereifte Grundwasserressource hat ihr natürliches Wassermikrobiom. Je wärmer Wasser ist, desto geringer ist jedoch die sogenannte Biostabilität. Es können sich Geruch oder Aussehen verändern oder gar opportunistische Krankheitserreger überhandnehmen.“

Geteiltes Flusswasser

Von der jüngst durchgeführten Analyse-Befahrung der Donau durch Professor Alexander Kirschner von ICC Water & Health – von Ulm bis ans Schwarze Meer – weiß er zu berichten, dass sich in allen EU-Ländern die Wasserqualität verbessert hat. Wirklich bestürzend ist aber Farnleitners Bericht über die Situation in sogenannten Low Income Countries (LINC). Die UN hat bis 2030 Ziele für nachhaltige Entwicklung ausgerufen, und das SDG6 „Sauberes Wasser und Sanitärversorgung“ zielt auf die Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle. Diese beiden Bereiche sind in einem Ziel vereint, denn sie sind ohne einander nicht denkbar. „Dieses Ziel wird in stark betroffenen Regionen nicht erreicht werden – dafür hätte man sechs Mal mehr tun müssen. Ohne Abwasserentsorgung wird Trinkwasser kontaminiert, ohne sauberes Wasser zum Händewaschen sind fäkal-bürtige Krankheiten unvermeidbar“, so Farnleitner. In Zahlen: 2,2 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, das sind 28 Prozent der Weltbevölkerung. 3,4 Milliarden Menschen – also 43 Prozent haben keine Sanitärversorgung. 500 Millionen Menschen verrichten ihre Notdurft im Feld, und das führt mit dazu, dass zwei Milliarden Menschen an Wurminfektionen leiden.

Was wäre aus Sicht des Wasserexperten, der in Uganda, Tansania und Äthiopien gearbeitet hat, wichtig? „Es geht hier nicht um Hochtechnologie, sondern um zielorientierten Einsatz von Mitteln für die Infrastruktur und um Information v.a. Mütterschulung. Wir haben Technologie und Wissen – es geht um ein Grundbudget und konsequente Umsetzung. Je politisch instabiler das Land und je beengter die Wohnraum-Verhältnisse, etwa in Slums, desto schlechter ist die Wasserqualität im Regelfall.“

Das Element Wasser fasziniert Andreas Farnleitner seit Kindertagen. Der staatlich geprüfte Bergführer ist im Wechsel-Semmering-Rax Gebiet aufgewachsen, war früher ein begeisterter Eiskletterer und Höhlenforscher – heute ist er mit seinem Team am Universitätsklinikum St Pölten (Team Primaria Barbara Ströbele) in die umfassende Hygiene- und Mikrobiologie-Ausbildung der Student*nnen eingebunden: „Ich habe im Studium alle Weichen gestellt, um beim Thema Wasserqualität etwas bewegen zu können. Ich finde es motivierend und faszinierend helfen und gestalten zu können – das ist nicht selbstverständlich.“

 

Text: Astrid Kuffner

Das Online-Magazin ask – art & science krems gibt Einblicke in die lebendige Kultur- und Forschungsstadt Krems. Es macht die intellektuelle, wissenschaftliche und künstlerische Strahlkraft dieses Ortes bewusst und verankert ihn so stärker im Bewusstsein von Exponent:innen und Interessierten an Kunst und Wissenschaft. Zudem sucht ask Schnittstellen zwischen den Institutionen, die im ersten Moment möglicherweise nicht auf der Hand liegen.

Die KL ist Kooperationspartnerin des Magazins und steuert seit Anbeginn Ideen für Geschichten und Porträts bei.

Alexander Kirschner bei der Probennahme

Joint Danube Survey 5 – Mikrobiologie-Programm erfolgreich umgesetzt

Der Joint Danube Survey ist die größte Flussexpedition weltweit und wird seit 2001 alle 6 Jahre von der Internationalen Kommission zum Schutz der Donau (ICPDR) organisiert. Insgesamt nahmen in diesem Sommer 1000 Wissenschaftler:innen von 100 Organisationen aus 14 Ländern teil.

Alexander Kirschner und Andreas Farnleitner vom Fachbereich Wasserqualität und Gesundheit waren dabei für das umfassende mikrobiologische Untersuchungsprogramm verantwortlich. Das österreichische Probennahmeteam der KL und MedUni Wien bestand neben Alexander Kirschner aus Mats Leifels, Ofélia Kirschner und Alexandra Fobe. Dieses wurde tatkräftig von einem dreiköpfigen Team der Universität Belgrad unterstützt. Insgesamt wurden an 68 Stellen Wasserproben genommen um die fäkale Belastung und die Verbreitung von Antibiotikaresistenzen mit modernsten molekularbiologischen Methoden entlang des gesamten Flusses sowie der wichtigsten Nebenflüsse zu untersuchen. Die Proben wurden mit Auto und Schlauchboot genommen und in 6 Partnerlaboren analysiert oder für spätere Analysen vorbereitet.

Ein erster Blick auf die Daten zeigt, dass sich die mikrobiologische Wasserqualität in den letzten 6 Jahren in den EU-Staaten weiter deutlich verbessert hat. Nur im Zentralraum des Nicht-EU-Mitglieds Serbien ist die Belastung teilweise extrem hoch, da es hier nach wie vor keine Abwasserreinigung gibt.

AGES Symposium Wasserqualität und Gesundheit

Wasser verbindet: Interdisziplinärer Dialog beim 2. Symposium Wasserqualität und Gesundheit

Im Frühsommer 2025 veranstalteten die AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit sowie das Interuniversitäre Kooperationszentrum Wasser und Gesundheit (ICC W&H) bereits zum zweiten Mal das Symposium Wasserqualität und Gesundheit.

Unter der Schirmherrschaft der Österreichischen Gesellschaft für Hygiene, Mikrobiologie und Präventivmedizin (ÖGHMP) widmeten sich rund 120 Teilnehmer:innen dem Thema der Beziehung von Wasserqualität und dem “One Health”-Prinzip: Darunter versteht man einen interdisziplinären, systemischen Ansatz, der die enge Verbindung zwischen der Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt zur nachhaltigen Sicherstellung der Wasserqualität betrachtet. 

Das Programm war in drei Themenblöcke gegliedert und umfasste 

  • Klimaveränderung und Auswirkung auf unsere Wasserressourcen
  • Aktuelles zu Krankheitserregern und Schadstoffen im Wasser und
  • Abwasser als Ressource, Informationsquelle, Gefährdung.

Ein besonderes Highlight war der Eröffnungsvortrag von Prof. James Ebdon, Universität Brighton, UK mit dem Thema “Bacteriophages as a multifaceted tool in the environment and medicine”, in dem der Einsatz von Bakteriophagen als virale Fäkalindikatoren und deren Anwendung im Kampf gegen bakterielle Krankheitserreger eindrucksvoll dargestellt wurde. 

Das Resümee der Teilnehmer:innen und Organisator:innen war übereinstimmend: Die Symposiumsreihe soll unbedingt fortgeführt werden!

Abbildung von Denisa Cont

Jungforscherin Denisa Cont im Porträt: Endotoxine im Blut bändigen

Die Jungforscherin Denisa Cont untersucht in ihrem PhD-Projekt an der UWK in Kooperation mit der KL Heparin, ein weitverbreitetes Antikoagulans in der klinischen Praxis. Die Forschung soll der Optimierung effektiverer therapeutischer Strategien
für bakterielle Infektionen beitragen.

Denisa Cont wurde vom Chemiereport interviewt und darf ihr Portrait nun in >diesem Artikel vorstellen:

 

Wir sind stolz mit Denisa in unserem Fachbereich - Wasserqualität und Gesundheit an der KL zusammenarbeiten zu dürfen!

Podcast-Serie „One Water“

Podcast-Serie „One Water“

Im Zuge der Veranstaltungsserie “One Water“ des Landes Niederösterreich wurde im März 2025 der erste Podcast zum Thema Wasser im ganzheitlichen Kontext der Auswirkung globaler Veränderungen und Nutzungskonflikte in die Wasserversorgung gestaltet.

Andreas Farnleitner (Leiter des Fachbereichs Wasserqualität und Gesundheit an der KL) sprach mit Peter Strauß (Leiter des Bundesamts für Wasserwirtschaft in Petzenkirchen) und Gabriele Weigelhofer (Leiterin des Wassercluster Lunz) unter der Moderation der bekannten Schauspielerin Ursula Strauß über die Herausforderungen der Wasserversorgung und Wassernutzung heute und morgen. Der Podcast sowie weitere Ausgaben der Serie können über die Website https://one-water-wasser-ist-leben.stationista.com/ nachgehört werden.

 

Anhang: Foto von links nach rechts: U. Strauß/A. Farnleitner/G. Weigelhofer/P. Strauß

ViWa2020+ Midterm Symposium

ViWa2020+ Midterm Symposium

Am 28. März 2025 fand im eindrucksvollen Ambiente des TUtheSKY an der Technischen Universität Wien das Midterm Symposium des Vienna Water Resource Systems 2020+ (ViWa2020+) für die wichtigsten Stakeholder sowie nationalen Experten der Wasserwirtschaft statt. Das ViWa2020+ ist eine langfristige Forschungskooperation (2021 bis 2029) des ICC Water&Health (unter Beteiligung des Fachbereichs Wasserqualität und Gesundheit an der KL) mit der Stadt Wien (Wiener Wasser) zum Thema „Nachhaltige Sicherung der hohen Wasserqualität der Wiener Wasserversorgung“. Nach dem Motto „wissenschaftliche Exzellenz mit praktischer Relevanz“ umfasst die Kooperation ein Gesamtbudget von mehr als 5 Mio. Euro aus kompetitiver Forschungsförderung sowie Eigenmitteln der Stadt Wien. Neben Begrüßungsworten durch Stadtrat Jürgen Czernohorszky und Betriebsvorstand Paul Hellmeier richteten am Vormittag TU Vize-Rektor Peter Ertl, MedUniWien Vize-Rektorin Michaela Fritz, KL Rektor Rudolf Mallinger sowie die beiden TU-Dekane Ronald Blab und Marko Mihovilovic ihre Worte an das interessierte Publikum. Nach einem Netzwerkbrunch fand das wissenschaftliche Fachsymposium mit den Forschungsthemen „Regulation Change & Emerging Hazards“ - „Analysis Change“ - „Technology Change“ und „Global Change“ an dem Wasserversorger, Vertreter von Ministerien, Ländern und Kommunen sowie Universitäten teilnahmen. Das TUtheSKY war mit 130 Personen ausgebucht!

14.000 Besucher:innen am Wiener Forschungsfest im Rathaus - ICC und WQ & H waren dabei!

14.000 Besucher:innen am Wiener Forschungsfest im Rathaus - ICC und WQ & H waren dabei!

Unser ICC Water & Health inklusive unseres KL Fachbereichs Wasserqualität und Gesundheit an der KL war beim Wiener Forschungsfest 2025 mit einem hoch sichtbaren Stand als einer von nur 30 ausgewählten Ausstellern im Festsaal des Wiener Rathauses vertreten. Mit vielen Themen rund um unser Lebensmittel Nr. 1, das Trinkwasser, konnten wir die interessierten Besucher:innen umfassend informieren, von der Hydrologie mit Film und Säulenversuchen, dem täglichen Wasserbedarf (3-dimensional), die verschiedensten Eintragsquellen für Verschmutzungen und Krankheitserreger, Aufbau von Bakterienzellen, Anzucht von Bakterien und Bakteriophagen, Pilotanlage zur UV-Desinfektion von Wasser, molekularbiologischer Nachweis von Mikroorganismen, ein Spiel zur fäkalen Herkunftsbestimmung und einen abschließenden Quiz, um das Erfahrene zu testen. Das Interesse und die Interaktion mit Groß und Klein war gewaltig, der Ansturm riesig.

Insgesamt war es eine tolle Werbung für unser Interuniversitäres Kooperationszentrum Wasser & Gesundheit. Unser Dank geht an das gesamte Core-Team, inklusive den höchst aktiven Wissensvermittler:innen und Aufbau-/Abbauhelfer:innen von der KL Sophia Steinbacher und Theresa Hohl.

Rigorosum Sophia Steinbacher

Erfolgreicher PhD Abschluss von Sophia Steinbacher, Fachbereich Wasserqualität und Gesundheit

Unsere PhD Studentin Sophia Steinbacher hat am 4. März als zweite Fachbereichs-Absolventin ihre Dissertation mit ausgezeichnetem Erfolg an der TU Wien abgeschlossen. Im Rahmen des ICC Water & Health werden die Dissertationen des Fachbereichs in Kooperation mit der TU Wien oder MedUniWien durchgeführt. Die Studien wurden im Rahmen der von der GFF geförderten Projekte „AQUASCREEN“ und „FUTURE DANUBE“ mit Unterstützung des Amts der NÖ Landesregierung durchgeführt. In ihrer Arbeit „Evaluation and Application of Molecular Diagnostic Methods for Microbial Water Quality Analysis” hat sich Sophia Steinbacher mit dem Einsatz neuer molekularbiologischer Methoden zur Lösung komplexer mikrobiologischer Probleme in der Wasserwirtschaft beschäftigt. Drei ihrer Arbeiten wurden bereits publiziert, zwei weitere befinden sich in Vorbereitung.

In der jüngst publizierten Arbeit (Steinbacher et al. 2025, doi: 10.1016/j.watres.2025.123406) wurde die 16S-rDNA-Gen Sequenzierung eingesetzt um das Problem einer schwarzen Partikelbildung in einem großen Trinkwasserverteilungssystem zu verstehen und zu lösen. Dabei stellte sich heraus, dass das saisonal wiederkehrende Auftreten des filamentösen Bakteriums Crenothrix (Brunnenfaden) mit der Partikelbildung verknüpft war und dieses Bakterium als technischer Indikator für Partikelbildung in flussbegleitenden Grundwasserkörpern verwendet werden kann. In den beiden anderen Arbeiten wurde der Nachweis „intelligenter“ molekularer Fäkaldiagnostik eingesetzt um fäkale Verschmutzung auf die entsprechenden Verursacher (Mensch vs Tier) zurückzuführen und aktuelle Verschmutzungsprobleme von Grundwasser oder Oberflächengewässern zu lösen (Steinbacher et al. 2024, doi: 10.1016/j.watres.2024.122029; Steinbacher et al. 2024, doi: 10.1007/s00506-021-00811-y).

Andreas Farnleitner beim Vortrag

Vortrag zum Thema Wasserqualität und Gesundheit

Am Donnerstag, dem 30. Jänner 2025, hielt Dr. Andreas Farnleitner, Professor an der KL und der TU Wien, einen spannenden Vortrag im Rahmen des SCIENCE Wissenschaftsprogramms der VHS Wien zum Thema „Wasserqualität & Gesundheit - was sie unbedingt darüber wissen sollten“ im Vortragsraum des Planetariums der Volkshochschule Wien (im Prater neben dem Riesenrad). Dieser Vortrag lieferte die wesentlichen Fakten zur Bedeutung der (mikrobiologischen) Wasserqualität, den zukünftigen Herausforderungen, sowie den neuen großartigen Möglichkeiten in Analytik und Management. Derzeit haben 2,2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser, und obwohl sehr viel erreicht wurde, werden die diesbezüglichen nachhaltigen Entwicklungsziele nicht erreicht werden können („Sustainable Development Goal SDG#6 - sicheres Trinkwasser für die gesamte Menschheit“). Nach einem 50- minütigen Vortrag beantwortete Prof. Farnleitner Fragen der wissbegierigen Zuhörer:innenschaft (sowohl direkt als auch online). Die Veranstaltung wurde auch als Webinar von der VHS Wien angeboten.

Illustration of Melanie Leopold's examination committee

Erster erfolgreicher PhD- Abschluss des Fachbereichs Wasserqualität und Gesundheit

Unsere PhD-Studentin Melanie Leopold hat am 7. November 2024 als erste Absolventin des KL Fachbereichs Wasserqualität und Gesundheit ihre Dissertation mit ausgezeichnetem Erfolg an der TU Wien abgeschlossen. Im Rahmen des ICC Water & Health werden die Dissertationen des Fachbereichs in Kooperation mit der TU Wien oder MedUni Wien durchgeführt. Die Studien wurden im Rahmen der von der GFF geförderten Projekte „RIVAR“ und „RIBUST“ an der KL durchgeführt. In ihrer Arbeit „Insights into antimicrobial resistance patterns in Lower Austrian rivers along gradients of faecal pollution“ hat sich Melanie Leopold mit der fäkalen Belastung und der Verbreitung antimikrobieller Resistenzen in Wasser und Biofilmen (mikrobielle Lebensgemeinschaften auf untergetauchten Oberflächen von Steinen oder Ästen) niederösterreichischen Flüssen beschäftigt. Zwei ihrer Arbeiten wurden bereits publiziert, eine weitere befindet sich noch in Revision. Durch den erstmaligen Einsatz eines harmonisierten und quantitativen Studiendesigns an vier verschiedenen Flüssen konnte sie zeigen, dass sich Antibiotikaresistenzen in Biofilmen in Flüssen zwar lokal anreichern können, dies jedoch nicht verallgemeinert werden kann und es in vielen bisherigen Studien zu einer Über-Interpretation und Über-Verallgemeinerung gekommen ist. 

Daraus leitet sich die Forderung nach einer internationalen Harmonisierung der Methodik und Sensibilisierung für dieses Problem ab, um zu einem besseren Verständnis der umweltbedingten Resistenzproblematik beitragen und wirksame Strategien zur Eindämmung entwickeln zu können.

Die Arbeiten:

Leopold M et al (2024) International Journal of Hygiene and Environmental Health 258: 114361. doi: 10.1016/j.ijheh.2024.114361

Leopold M et al (2023) J Water Health 21:1898-1907. doi: 10.2166/wh.2023.232.

Leopold et al (in revision) Journal of Hazardous Materials

Abbildung von einem Mikroskop

Bioreaktor Heißwasserboiler

Fließendes Warm- und Kaltwasser in Gebäuden ist seit dem späten 19. Jahrhundert ein weltweit etablierter Komfort. Rechtlich bindende hygienisch-mikrobiologische Aspekte sind bis heute jedoch auf kaltes Trinkwasser begrenzt (mit Ausnahme der Legionellenthematik). Weder in den Vorschriften der EU noch der USA wird warmes oder heißes Wasser explizit erwähnt. In Zusammenarbeit mit Schweizer Wissenschaftlern und Firmenpartnern wurden erstmals die mikrobiellen Gemeinschaften in Heißwasserboilern mittels Zytometrie und Metagenom-Sequenzierung durch das Team des ICC Water & Health unter Beteiligung des Fachbereichs Wasserqualität und Gesundheit eingehend untersucht. Die Ergebnisse wurden heuer im Top-Journal Water Research und kürzlich in der Fachzeitschrift für die Schweizer Wasserwirtschaft Aqua & Gas publiziert. Es stellte sich heraus, dass in den Heißwasserboilern hoch-aktive, schnell wachsende bakterielle Gemeinschaften in hohen Konzentrationen vorhanden sind, die völlig unterschiedlich zu den Kaltwassergemeinschaften sind. Diese Heißwasser-Gemeinschaften sind von wenigen Arten dominiert, wobei eine Art, Thermus scotoductus, in fast allen Boilern zu finden war, unabhängig ob diese in Österreich oder der Schweiz standen. 

Interessanterweise waren in allen untersuchten Heißwasserboilern keine bekannten Krankheitserreger zu finden, die Rolle der vorhandenen Heißwasserbakterien hinsichtlich ihrer Nährstoffquellen, bei der Biofilmbildung und ihrer potenziellen Förderung von Krankheitserregern sollte aber weiter untersucht werden.

Abbildung des Teams auf der Weltwasserkonferenz

Weltwasserkonferenz

Vom 11. bis 15. August 2024 fand in Toronto, Kanada die Weltwasserkonferenz mit mehr als 7000 Teilnehmenden statt. Das ICC Water & Health war mit 6 Wissenschafter:innen sehr stark vertreten. Neben 3 Vorträgen und 3 Posterpräsentationen war vor allem der von Andreas Farnleitner und Joan Rose geleitete und vom ICC W&H Team (Organistionskomitee: Mats Leifels, Claudia Kolm und Katalin Demeter) realisierte Workshop zum Thema „Einsatz genetischer Methoden für die mikrobiologische Wasserqualitätsanalyse: eine weltweite Umfrage in der Wasserindustrie“, ein großer Erfolg, der die größte Anzahl an interessierten Wissenschafter:innen anzog. Im Workshop wurden die Ergebnisse der Umfrage präsentiert sowie weitere notwendige Schritte mit den Teilnehmenden  ausführlich diskutiert. Die Ergebnisse der Umfrage und des Workshops werden in einer internationalen Publikation unter Beteiligung weltweiter Top-Expert:innen sowie wichtiger Stakeholder:innen 2025 münden, um zu erörtern, wie der Einsatz moderner genetischer Methoden in Zukunft in der täglichen Praxis der Wasserwirtschaft gehandhabt werden sollte um Niederschlag in Normen, Verordnungen, Richtlinien oder Gesetzen zu finden. Darüber hinaus wurde ICC W&H Co-Leiterin Prof Regina Sommer feierlich der IWA Fellowship verliehen – eine tolle fachliche Auszeichnung. Wir gratulieren!

Abbildung Preisträgerin

ICC Water & Health bei 38. Jahrestagung der ÖGHMP

Vom 13. bis 16. Mai 2024 fand in Salzburg die 38. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Hygiene, Mikrobiologie und Präventivmedizin (ÖGHMP) statt. Das ICC Water & Health war personell mit mehr als 20 TeilnehmerInnen, darunter 10 Mitarbeiterinnen des Fachbereichs Wasserqualität und Gesundheit an der KL, sehr stark vertreten. Insgesamt steuerte das ICC Water & Health 9 Vorträge, 2 Vorsitzführungen und 18 Poster-Beiträge bei. 

Abbildung Mikroben

FORSCHUNG WQ&H | Untersuchung von Antibiotikaresistenzen entlang der gesamten Donau

Zwei neue wissenschaftliche Studien zum Verständnis der Verbreitung von Antibiotikaresistenzen (ABR, Resistenz von Bakterien gegen Antibiotika) entlang der Donau lassen mit wichtigen Kernaussagen aufhorchen: Für den Eintrag von antibiotikaresistenten Bakterien aus klinischen Einrichtungen und Abwässern könnten die im Fluss vorhandenen Biofilme bessere Indikatoren sein als das Wasser selbst. Lesen Sie >hier die gesamte Newsmeldung.

Abbildung Kläranlage

Auftaktveranstaltung des Projekts ARISE

Am 22. April 2024 findet an der KL die Auftaktveranstaltung des Projektes ARISE – „Evaluierung innovativer molekularer Analyseverfahren und -ansätze zur Überwachung von Antibiotikaresistenzen im Abwasser“ statt. Die geplante Novelle der Europäischen Kommunalabwasserrichtline wird die Mitgliedstaaten zukünftig verpflichten, Kläranlagen mit mehr als 100.000 EW hinsichtlich der Emissionen an Antibiotikaresistenzen zu überwachen. Doch anders als bei viralen Erregern wie SARS-CoV-2 oder Polio, steckt das AMR-Abwassermonitoring noch in den Anfängen. Ziel des ARISE-Projektes ist es die essenziellen methodischen Grundlagen zu schaffen und zukunftsweisende Analysekonzepte für die Überwachung von Antibiotikaresistenzen im Abwasser zu entwickeln, zu testen und zu realisieren. Das Projekt wird im Rahmen der KIRAS Sicherheitsforschung mit einer Gesamtsumme von > 1.5 Mio Euro von der FFG gefördert, wobei sowohl das Gesundheitsministerium als auch das Landwirtschaftsministerium als Bedarfsträger auftreten.  

Claudia Kolm und Andreas Farnleitner vom Fachbereich Wasserqualität und Gesundheit leiten das Projekt unter Einbindung weiterer ICC Water & Health Partner der MedUni Wien, TU Wien und MedUni Graz. Die frühzeitige Umsetzung dieses Vorzeige-Projektes wird es dem Fachbereich ermöglichen, nationale und internationale Standards zu setzen. 

 

Weitere Infos sind auf der Projekt-Website der FFG zu finden.

Wasser

One Water 2024

Am Campus Krems findet auf Initiative der ecoplus. Niederösterreichs Wirtschaftsagentur GmbH von 21. bis 22. März 2024 die Auftaktveranstaltung der neuen jährlichen Veranstaltungsreihe „One Water“ statt. Im Fokus steht die lebensnotwendige Ressource der Menschheit: “Wasser". Fachexpert:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung werden das Thema von verschiedensten Blickwinkeln umfassend beleuchten und diskutieren. Mehr Info finden Sie >hier.

Monitoring Antibiotikaresistenzen

Erstmalige Kartierung von Antibiotikaresistenzgenen entlang der gesamten Donau

Die weltweite Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen in der Umwelt stellt eine wachsende Gesundheitsbedrohung dar. Große Flüsse sind hierbei von besonderer Bedeutung, da sie wichtige Lebensadern sind und gleichzeitig in hohem Maße durch Abwassereinleitungen belastet werden. In einer großangelegten Zusammenarbeit des Fachbereichs Wasserqualität und Gesundheit mit MedUni Wien, TU Wien, MedUni Graz, IFA Tulln und internationalen Kooperationspartnern wurde erstmals das räumliche und zeitliche Vorkommen von Antibiotikaresistenzgenen (ARG) entlang 2311 km der schiffbaren Donau untersucht. Die Integration moderner Fäkalverschmutzungsdiagnostik mit ökologischen und chemischen Schlüsselparametern ermöglichte eine Verknüpfung der ARG-Konzentrationen mit den wichtigsten Verschmutzungsquellen zur Erklärung der beobachteten Resistenzmuster. Verschmutzung durch menschliche Abwässer war der dominierende Faktor für die beobachteten ARG-Muster entlang der Donau. Andere signifikante Korrelationen spezifischer ARG wurden mit dem Durchfluss, bestimmten Metallen und Pestiziden beobachtet. Tierische Verunreinigungen waren nur sporadisch feststellbar und waren schwächer mit ARG korreliert. Die kürzlich im Nummer 1 Journal unseres Forschungsbereichs publizierte Studie (1) liefert erste umfassende ARG Basiswerte entlang der Donau und legt die Grundlage für die zukünftige Überwachung von Trends sowie für die Empfehlung zielgerichteter Managementmaßnahmen.

Denisa Cont gewinnt tecnet/accent Innovation Award 2023

INFO | Denisa Cont gewinnt tecnet/accent Innovation Award 2023

 

Denisa Cont, PhD-Studentin im Fachbereich Wasserqualität und Gesundheit (KL) und am Zentrum für Biomedizinische Technologie (UWK), wurde mit dem tecnet/accent Innovation Award ausgezeichnet. Die feierliche Preisverleihung fand am 16. Jänner 2024 im Landhaus St. Pölten statt, wo Cont für ihre Forschungsarbeit im Bereich der verbesserten Endotoxin-Detektion in Blutproben geehrt wurde.

Endotoxine sind zentrale Komponenten der äußeren Membran gramnegativer Bakterien und können bei bakteriellen Infektionen in die Blutbahn gelangen. Im Rahmen des von der GFF-NÖ geförderten Projekts "HepBinProt", einer Kooperation zwischen UWK und KL, untersucht Cont Heparin-bindende antimikrobielle Proteine im menschlichen Blutplasma. Diese Proteine spielen eine bedeutende Rolle in der Abwehr gegen bakterielle Infektionen und eröffnen neue Wege in der Diagnose und Behandlung Endotoxin-induzierter Erkrankungen wie Sepsis.

Die Auszeichnung mit dem tecnet/accent Innovation Award würdigt Conts Forschungsleistung, die die Sensitivität und Genauigkeit des Limulus-Amöbozyten-Lysat (LAL)-Tests, der Standardmethode zur Endotoxin-Detektion, signifikant steigert, und unterstreicht die Bedeutung interuniversitärer Zusammenarbeit.

Zurzeit entwickelt Cont an der KL durchflusszytometrische Nachweisverfahren, um die Effektivität von neu isolierten antimikrobiellen Proteinen gegenüber Bakterien zu testen.

Die KL gratuliert sehr herzlich!

Andreas Farnleitner

Andreas Farnleitner übernimmt Vorsitz des neuen ÖAW-Ausschusses "Abwasserüberwachung"

Andreas Farnleitner, Leiter des Fachbereichs Wasserqualität und Gesundheit an der KL Krems, übernimmt den Vorsitz des neuen Unterausschusses „Abwasserüberwachung“ beim Österreichischen Wasser und Abfallwirtschaftsverband (ÖWAV). 

 

In dieser Fachgruppe, der auch weitere Mitglieder des Fachbereichs und des ICC Water & Health angehören (Alexander Kirschner, Claudia Kolm, Mats Leifels, Rita Linke) sollen Richtlinien erarbeitet werden, wie mikrobiologische Abwasserüberwachung in Österreich mit modernsten Methoden effizient umgesetzt werden soll, wobei molekulare Nachweisverfahren zunächst im Zentrum stehen. 

Abwasserüberwachung mittels molekularer Verfahren (wie PCR und Sequenzierung) wird seit der COVID Pandemie verstärkt eingesetzt, um Rückschlüsse auf das Infektionsgeschehen in der Bevölkerung in Bezug auf bestimmte Krankheitserreger ziehen zu können. Diese könnten im Post-COVID Zeitalter andere pathogene Viren oder antibiotika-resistente Bakterien umfassen, aber auch chemische Spurenstoffe, Medikamente und Drogen. 

Der Fachausschuss wird in Abstimmung mit der neuen Clustergruppe „Epidemiological Waste Water Surveillance“ der International Water Association (IWA) geführt, bei dem die ICC Water & Health Mitglieder ebenfalls federführend mitwirken. Weitere Teilnehmer des ÖWAV Ausschusses werden Ministerien, Länder, die AGES, Universitäten u.a. sein.

Projektteam

Start des „SEWAT“ Sicherheitsforschungsprojekts an der KL

„SEWAT - Mikrobiologische und chemo-physikalische Echtzeitparameter zur Qualitätskontrolle in der mobilen Trinkwasseraufbereitung“ ist ein kooperatives Projekt, das im Rahmen des KIRAS-Sicherheitsforschung-Calls 2022 von der FFG gefördert wird.

Das mit April 2023 begonnene Projekt startet nun auch Mitte November an der KL. Im Zuge des Projektes werden ICC Water & Health Forscher:innen der TU Wien, der MedUni Wien und der KL (Fachbereich Wasserqualität & Gesundheit, Leitung: Prof. Andreas Farnleitner, stv. Leitung Prof. Alexander Kirschner) unter Anwendung von Geräten der Firmen bNovate Technologies, s::can und Vienna Water Monitoring Solutions moderne Echtzeit-Methoden zur Beurteilung der Aufbereitungseffizienz in mobilen Systemen zur Trinkwassersaufbereitung für militärische und zivile Krisen- und Katastropheneinsätze testen. 

An der KL soll unter der Leitung von Dr.in Claudia Kolm ein Konzept erarbeitet werden, um Virenpartikel mittels Durchflusszytometrie automatisiert nachweisen zu können, wobei hier neben der Durchflusszytometrie auch Fluoreszenzmikroskopie und Partikelsortierung zum Einsatz kommen. Bedarfsträger für diese Anwendungen sind das ABC-Abwehrzentrum des Österreichischen Bundesheeres, das Österreichische Rote Kreuz und das Wehrwissenschaftliche Institut für Schutztechnologien des Deutschen Bundesministeriums für Verteidigung.

Abbildung Vibrio cholerare

Übersichtsartikel zum Vorkommen von Vibrio cholerae in österreichischen Badegewässern erschienen

Nicht-Cholera-toxigene Vibrio cholerae Bakterien (NTVC) sind natürliche Bewohner bestimmter Badegewässer und können eine Vielzahl von Infektionen auslösen. Vor allem ältere, immungeschwächte Patienten mit bestimmten Vorerkrankungen haben ein erhöhtes Risiko. Weltweite Berichte zeigen dass NTVC-Infektionen aufgrund der Klimaerwärmung auf dem Vormarsch sind. Der Übersichtsartikel fasst die Erkenntnisse der letzten zwei Jahrzehnte über NTVC Infektionen und deren Vorkommen in Badegewässern in Österreich zusammen. Es wurde untersucht, ob NTVC-Infektionen zugenommen haben und welche Umweltbedingungen das NTVC-Vorkommen begünstigen. Um medizinisches Fachpersonal für NTVC-Infektionen zu sensibilisieren, wurden typische Symptome, mögliche Behandlungsoptionen und der Antibiotikaresistenzstatus österreichischer NTVC-Isolate diskutiert. 

An der Forschung beteiligt waren der Fachbereich Wasserqualität & Gesundheit an der KL (Prof. Kirschner, Prof. Farnleitner, Dr.in Kolm, Rehm, MSc), das Institut für Hygiene und Angewandte Immunologie an der MedUni Wien, das Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und technische Biowissenschaften an der TU Wien, sowie die AGES Österreich.

 

> Zum Übersichtsartikel

Team Future Danube

WQ&H - Future Danube

Bei einer gemeinsamen Veranstaltung am 4. September 2023 wurden die ersten Ergebnisse der erfolgreichen Projektzusammenarbeit der Abteilung WA2, dem Land Niederösterreich, der Gewässeraufsicht NÖ, dem ICC Water & Health und der Abteilung Wasserqualität und Gesundheit an der KL im Rahmen des Projektes „FUTURE DANUBE - Vorhersage zukünftiger Trends in der gesundheitsbezogenen mikrobiologischen Wasserqualität von Flüssen in einer sich stark verändernden Welt“ präsentiert. Im Fokus stand die gemeinsam mit der Schifffahrtsaufsicht durchgeführte Probennahme-Serie von Oktober 2021 bis September 2023* an der niederösterreichischen Donau. Die analysierte hygienisch-mikrobiologische Wasserqualität dient der Ermittlung der fäkalen Belastungssituation der Donau und stellt in weiterer Folge die Basis für die Kalibrierung eines Modells dar, das die Auswirkung zukünftiger Szenarien i.e. Klimawandel, Bevölkerungswachstum, Änderungen in der Abwasserreinigung auf die Wasserqualität und das Infektionsrisiko beim Baden bzw. der Trinkwassergewinnung ermitteln wird.

Ein spezieller Fokus der Szenarien-Analyse wird die Miteinbeziehung der Schifffahrt und deren etwaiger Zunahme in den nächsten 10 - 30 Jahren sein.  

Basis dafür legt ein zuvor erfolgreich erstelltes sowie veröffentlichtes Konzept für die Evaluierung des Einflusses der Schifffahrt auf die fäkale Belastungssituation der Donau in NÖ , sowie eine bereits publiziertes Modell für die zukünftige mikrobiologisch-hygienische Wasserqualität der Donau oberhalb von Wien. Die geleistete Arbeit im Projekt traf auf äußerst positive Rückmeldungen und die Zusammenarbeit wurde von allen Projektpartner:innen geschätzt und somit der Grundstein für zukünftige Kollaborationen gelegt.

Mehr Info dazu finden Sie > hier.

 

 *Eine Probennahme-Serie wurde bereits 2019 - 2020 durchgeführt; Eine zweite Probeentnahme-Serie fand im Zeitraum 2021 - 2023 statt und war der Fokus der Veranstaltung am 4. September 2023. 

Tagungen des ICC Water & Health im Juni

Im Juni 2023 sind gleich zwei wissenschaftliche Fachtagungen geplant, die vom ICC Water & Health unter maßgeblicher Beteiligung des Fachbereichs Wasserqualität und Gesundheit organisiert werden. Am 29. Juni 2023 wird in Wien das erste Symposium Wasserqualität und Gesundheit  in Kooperation mit der AGES, der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit veranstaltet. Neben Gastvorträgen von Vertreter:innen der WHO und EU zu neuen Regularien in der Beurteilung der Badewasserqualität, werden von Forschenden des ICC und der AGES aktuelle Themen der Wasserqualität und Gesundheit im Spannungsfeld internationaler Herausforderungen wie Klimaerwärmung, Technologieentwicklung oder Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen diskutiert. 

 

In Darwin, Australien, ging vom 4. bis 9. Juni 2023 das 21. HRWM „Health-Related Water Microbiology “ Symposium der International Water Association (IWA) über die Bühne.

 

Unter der Präsidentschaft unserer ICC Water & Health Co-Leiterin Prof. Regina Sommer war das ICC mit 8 Delegierten und 4 Podiumsvorträgen zu Themen wie genetische Methoden zur Diagnostik fäkaler Verschmutzung, fortgeschrittene Metagenomik oder quantitative Risikoanalyse wasserübertragener Krankheitserreger vertreten. Prof. Andreas Farnleitner hat zusammen mit den ICC Water & Health-Mitgliedern Dr. Katalin Demeter und Dr. Claudia Kolm sowie Prof. Joan Rose von der University of Michigan einen Workshop darüber abgehalten, wie die genetische Diagnostik fäkaler Verunreinigungen von der Wissenschaft in die Praxis übersetzt und deren Akzeptanz durch Wasserversorgungs-Unternehmen und Regierungsbehörden weltweit erlangt werden kann.

21. HRWM „Health-Related Water Microbiology “ Symposium der International Water Association (IWA)

In Darwin, Australien, ging vom 4. bis 9. Juni 2023 das 21. HRWM „Health-Related Water Microbiology “ Symposium der International Water Association (IWA) über die Bühne. Unter der Präsidentschaft unserer ICC Water & Health Co-Leiterin Prof. Regina Sommer war das ICC mit 8 Delegierten und 4 Podiumsvorträgen zu Themen wie genetische Methoden zur Diagnostik fäkaler Verschmutzung, fortgeschrittene Metagenomik oder quantitative Risikoanalyse wasserübertragener Krankheitserreger vertreten. Prof. Andreas Farnleitner hat zusammen mit den ICC Water & Health-Mitgliedern Dr. Katalin Demeter und Dr. Claudia Kolm sowie Prof. Joan Rose von der University of Michigan einen Workshop darüber abgehalten, wie die genetische Diagnostik fäkaler Verunreinigungen von der Wissenschaft in die Praxis übersetzt und deren Akzeptanz durch Wasserversorgungs-Unternehmen und Regierungsbehörden weltweit erlangt werden kann.

YWP

Sophia Steinbacher zu YWP- Präsidentin gewählt

Sophia Steinbacher, PhD-Studentin im Fachbereich Wasserqualität und Gesundheit an der KL Krems wurde als neue Präsidentin der Young Water Professionals (YWP) Austria für die Amtsperiode 2023/24 gewählt. Die YWP sind Teil des Nationalkomitees der IWA (International Water Association) Austria und wurden gegründet, um die Vernetzung junger Forscher:innen im Wasserfach (< 35 Jahre) zu ermöglichen. Auf nationaler Ebene wird durch Aktivitäten wie Stammtischen, Workshops, Vorträgen oder Exkursionen der Austausch ermöglicht, wobei durch das Mentoring Programm auch ein individueller Kontakt mit Experten möglich ist. Auch die Vernetzung auf internationaler Ebene mit anderen YWP Chapters weltweit in Form von Konferenzteilnahmen oder durch internationale Calls/Channels ist gegeben.
 

Der Wunsch des neuen YWP Präsidiums bestehend aus Sophia Steinbacher (Präsidentin), Lea Holzmann (Vize-Präsidentin), Igor Luketina, Martin Oberascher und Maja Reiner (Ausschussleitung) ist es, junge Menschen zusammenzubringen, Diskussionen und Wissensaustausch zu ermöglichen und sich gegenseitig kennenzulernen, um etwaige zukünftige Synergien nutzen zu können. Vor allem im Rahmen der Stammtische ergeben sich gute Möglichkeiten, interessierte Personen zu begrüßen und neue Mitglieder willkommen zu heißen. 

Mehr Info zu Datum und Ort finden Sie >hier.

 

IAD Besucher

44. IAD-Tagung an der KL

Die 44. Tagung der „International Association for Danube Research“ (IAD), die von 6. bis 9. Februar 2023 an der KL Krems stattfand, war ein großer Erfolg. Insgesamt konnten 101 registrierte Teilnehmende aus 12 Ländern des Donaueinzugsgebiets der 4-tägigen Konferenz verzeichnet werden. Die Abhaltung der Konferenz war ursprünglich in Kiew geplant, wurde jedoch aufgrund der politischen Lage kurzfristig vom Fachbereich Wasserqualität und Gesundheit an der KL übernommen. Besonders erfreulich war demnach die persönliche Teilnahme fünf ukrainischer Kolleg:innen sowie dreier weiterer Kolleg:innen aus der Ukraine, die für ihre Themen Videobeiträge geschickt hatten. Der erste Tag der Konferenz stand unter dem Motto „Pollution, Global Impact & Health“, zu dem der KL Fachbereich Wasserqualität und Gesundheit und weitere Forschende des ICC Water & Health in großem Umfang beitrugen. 

 

An den Folgetagen lag der Schwerpunkt auf ökologischen Aspekten der Donau, wie Biodiversität, dem Eindringen invasiver Arten, Fluss-Management und Renaturierung. Die große Bedeutung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit der Wissenschaftler:innen im gemeinsamen Fluss-Einzugsgebiet wurde dabei ganz besonders hervorgehoben und sichtbar gemacht. Alle Informationen zur Konferenz sowie das umfangreiche Conference-book mit allen Abstracts können nach wie vor auf der Konferenz-Website des Österreichischen Komitees der IAD abgerufen werden. 

Veranstaltungsort

Wiener Wasser Fortbildungsveranstaltung im Rahmen der KL Academy

Andreas Farnleitner und Karen Zuser vom ICC Water & Health sind als Lehrende bei der neuen Fortbildungs-veranstaltung „Wasserqualität in der Wasserversorgung“ von Wiener Wasser im  Rahmen der KL Academy tätig.

Die neu konzipierte Fortbildungs-veranstaltung wird ab 2022 in zweijährigen Abständen regelmäßig stattfinden und umfasst die wesentlichen Qualitätskriterien der Trinkwassergewinnung, Aufbereitung und Verteilung - vom Rohwasser bis zum Trinkwasser. Andreas Farnleitner und Karen Zuser vom ICC Water & Health, sind gemeinsam mit Dr. Marija Zunabovic-Pichler (Stabsstelle Wasserqualität, Wiener Wasser) für den Themenblock Mikrobiologie verantwortlich. Harald Schmölzer (ehemaliger Leiter des Wasserlabors Holding Graz) präsentiert die physikalisch-chemischen und die gesetzlichen Hintergründe zum Thema Wasserqualität. 

 

Dr. Markus Werderitsch (Wiener Wasser) erörtert die betrieblichen Themenfelder - von der Desinfektion und Aufbereitung, über die Anlagenwartung bis hin zu den Regelungen für Materialien in Kontakt mit Trinkwasser. 
Nach einem zweitägigen praktischen Teil der Veranstaltung soll eine gemeinsame Diskussion mit den Vortragenden zum Thema Zukunft der Wasserversorgung den Teilnehmenden einen Einblick in aktuelle Forschungsaktivitäten (ViWa2020+ Forschungskooperation der Stadt Wien mit dem ICC Water & Health) und einen Ausblick in die Zukunftsstrategien in der Wiener Wasserversorgung geben. 

 

Preisträgerin Carmen Rehm

Impact Award - Wasserqualität und Gesundheit

­Am 17. November 2022 wurde erstmals von der Gesellschaft für Forschungsförderung NÖ (GFF) der Impact Award an Dissertant_innen verliehen. Carmen Rehm, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Karl Landsteiner Privatuniversität in Krems erreichte für ihr optisch und inhaltlich hervorstehendes Poster den 1. Platz! Ausgezeichnet wurden Wissenschaftsprojekte mit der höchsten Relevanz sowohl für die wissenschaftliche Community als auch für die Allgemeinheit. 
Alle Projekte wurden im Rahmen der Science Calls 2016 bis 2019 mit Mitteln des Landes NÖ gefördert. Carmen Rehm wurde im Rahmen der Posterpräsentationen der noch laufenden Forschungsprojekte aus den Science Calls 2018 und 2019 geehrt. Die Ökotoxikologin und Mikrobiologin arbeitet im Fachbereich Wasserqualität und Gesundheit an der KL in Krems in Zusammenarbeit mit der Forschungsgruppe Mikrobiologie und Molekulare Diagnostik an der TU Wien und der Abteilung Wassermikrobiologie an der Medizinischen Universität Wien an Ihrer Dissertation zum Thema: „Assessing the public health relevance of toxigenic and non-toxigenic Vibrio cholerae in bathing waters in Lower Austria: occurrence, distribution, diversity and potential pathogenicity“.  


Die Karl Landsteiner Universität gratuliert herzlich! 

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Flyer

Wissenschaft im Wirtshaus

­Von 19. September bis 19. Oktober 2022 fand im Wirtshaus „Mauts“ in Mödling die Veranstaltungsreihe „Wasser – Qualität und Gesundheit“ statt. Nach einem Einführungsvortrag „Wasser – Baustein des Lebens“ durch Gastredner Prof. Gerald Obermair informierte das ICC Water & Health an vier Terminen die interessierte Bevölkerung über diverse Aspekte rund um das Fachgebiet Wasserqualität und Gesundheit. Die Themen und Vortragenden im Einzelnen waren:

  • „Die Rolle der Hydrologie in der Wasserversorgung“ (Univ.-Prof. Dr. Paul Blaschke)
  • „Wasserqualität & Gesundheit: Was Sie unbedingt darüber wissen sollten“ (Andreas Farnleitner)
  • "Bakterien im Trinkwasser – Freunde oder Feinde?“ (Alexander Kirschner)
  • „Wasser im Kreislauf der menschlichen Nutzung: Wasserhygienische Herausforderungen“ (Regina Sommer)

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Neben den umfassenden Vorträgen zu den vier verschiedenen Themen konnten die Besucher der Veranstaltung ausführlich Fragen stellen. Diese Möglichkeit wurde vom interessierten Publikum auch intensiv genutzt und die Diskussionen dauerten bis in die späten Abendstunden. Der einzige Wermutstropfen war die teilweise überschaubare Besucher_innenanzahl -  eine bessere Bewerbung des Events durch die Veranstalter_innen wäre wünschenswert gewesen.

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Preisträger

Wissenschaftspreise des Landes NÖ 2022

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­Im Auditorium in Grafenegg wurden am 18. Oktober 2022 im Rahmen einer glanzvollen Wissenschaftsgala die renommierten Wissenschaftspreise des Landes NÖ verliehen. Gleich drei Forscherinnen der Karl Landsteiner Privatuniversität wurden für ihre herausragenden wissenschaftlichen Beiträge geehrt. Die in Italien geborene Sonia Vallet, praktizierende Onkologin am UKH Krems sowie Lehrende und Forschende an der KL, wurde mit dem Würdigungspreis für ihr Engagement auf dem Gebiet der Krebsforschung ausgezeichnet. Vallet forscht an der Entwicklung neuer Therapieansätze gegen Brustkrebs und gegen bestimmte Leukämieformen sowie an der Ursachenaufklärung von Knochen-metastasierung. Auch Juliane Burghardt, promovierte Psychologin, die im Fachbereich Klinische Psychologie an der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften tätig ist, wurde für ihren Aufsatz ausgezeichnet, in dem sie sich für die Qualität statt Quantität von Forschungsergebnissen ausspricht. Neben den traditionellen Würdigungs- und Anerkennungspreisen wurde auch der „Wissenschaft Zukunft Preis“ für den Forschungsnachwuchs in mehreren Kategorien vergeben. Mit diesem wurde Claudia Kolm, Post-Doc und Forschende im Fachbereich Wasserqualität und Gesundheit an der KL als eine von 4 Jungforscher_innen, die am Beginn ihrer wissenschaftlichen Karriere stehen, geehrt. Claudia Kolm konnte mit ihrer Dissertation überzeugen, in der sie sich der Entwicklung zuverlässiger und gleichzeitig kostengünstiger Schnelltestverfahren, die es ermöglichen sollen, bakterielle Verunreinigungen in Gewässern in Zukunft rascher nachzuweisen, widmete. 

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Damit leistet die Forscherin einen wesentlichen Beitrag zur verbesserten Wasserhygiene und der globalen Umsetzung eines ausreichenden Infektionsschutzes bei der Trinkwasserversorgung gemäß WHO.
Wirtschafts- und Technologielandesrat Jochen Danninger gratulierte in Vertretung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und betonte dabei: „Wissenschaft braucht genauso Role-models wie wir sie im Sport oder der Musikbranche feiern. Personen, die als Vorbilder agieren, zu denen wir aufschauen und deren Erfolgen man nacheifert. Personen, die einen für die Wissenschaft begeistern.“

Die Auszeichnungen bestätigen den strategischen Kurs der KL beim weiteren Ausbau einer international kompetitiven, translationalen und klinischen Forschung in definierten Schwerpunkten der Gesundheitswissenschaften und der Humanmedizin - unter anderem in den gesellschaftlich hoch relevanten Bereichen der Onkologie, der Psychologie sowie der Wasserqualität und Gesundheit. Die Karl Landsteiner Privatuniversität gratuliert den Preisträgerinnen Sonia Vallet, Juliane Burghardt und Claudia Kolm auf das Herzlichste! 

Mehr zum Thema können Sie > hier nachlesen. ­

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Sophia Steinbacher

FB Wasserqualität und Gesundheit - Think-MINT!

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Sophia Steinbacher, Doktorandin im KL Fachbereich Wasserqualität und Gesundheit, unterstützt die Aktion Think-MINT, um mehr Mädchen für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik zu begeistern.
Das gemeinsame Projekt „Think-MINT! – Mädchen wollen Wissen“ des Bundesministeriums für Frauen, Familie, Jugend und Integration und Science Pool regt Mädchen und junge Frauen dazu an, Ausbildungswege in MINT-Fächern anzustreben. Sophia Steinbacher hat sich für das Projekt zur Verfügung gestellt, um ihren Weg in die Wissenschaft zu illustrieren.
Ihre Darstellung und die Darstellungen weiterer junger Wissenschaftlerinnen können > hier angeschaut werden.   

ICC Logo

ICC & Lange Nacht der Forschung

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Das ICC Water & Health, vertreten durch den Fachbereich Wasserqualität und Gesundheit an der KL sowie die anderen Arbeitsgruppen an der MedUni Wien und TU Wien begeisterten das wissensbegierige Publikum im Rahmen der Langen Nacht der Forschung am 20. Mai 2022. Die KL wurde von Sophia Steinbacher, Domenico Savio, Carmen Rehm und Melanie Leopold beim ICC-Stand vertreten, welche den Besucher_innen Rede und Antwort standen. Fragen wie „Warum ist Badewasser kein Trinkwasser?“, „Wer hat in das Wasser gemacht?“ und „Infektionsschutz beim Baden und Trinken  - Wie können hier Modelle helfen?“ wurden von unseren Mitarbeiter_innen fachkundig und mit viel Freude und Engagement beantwortet sowie anhand anschaulicher und angreifbarer Modelle dargestellt. 

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Diese reichten von einem selbst gebastelten DNA-Modell, über mit Kolonien bewachsenen Agarplatten, übergroßen Plüsch-Bakterien und nachgebauten Landschaftsmodellen bis hin zu digitalen Grundwassermodellen am Computerbildschirm. Nicht nur in Bezug auf die Covid-19-Pandemie gilt es auch im Wasserbereich, Mythen und Halbwissen in der Bevölkerung aufzuklären und darüber hinaus vor allem Jung und Alt für die Wasserforschung zu begeistern!

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Wie man Mikroorganismen im Wasser nachweist

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Die faszinierenden neuen Möglichkeiten der mikrobiologischen Methodik und molekularen Diagnostik im Wasserfach bilden den Schwerpunkt einer Fachtagung und mehrerer Publikationen des ÖWAV, des Österreichischen Wasser- und Abfallwirtschaftsverbandes. Der Fachbereich Wasserqualität und Gesundheit steuert im Rahmen des ICC Water & Health mit vielen wissenschaftlichen Artikeln und Vorträgen entscheidend dazu bei. In der vorletzten Ausgabe der Springer Zeitschrift „Österreichische Wasser- und Abfallwirtschaft“ (ÖWAW 2021/11-12) wurden neben einem allgemeinen Editorial über die neuen Methoden, Fachartikel zur mikrobiellen Herkunftsanalyse („Microbial Source Tracking“) mit molekularbiologischen Methoden zur hydraulischen Modellierung der mikrobiologischen Wasserqualität und zur Bestimmung der mikrobiologischen Stabilität von Grundwasser mit kultivierungs-unabhängigen Methoden durch unser Team berichtet. Darüber hinaus lieferten Kolleg_innen der Universität Wien und Universität für Bodenkultur Artikel über einfache Methoden zur mikrobiell-ökologischen Charakterisierung und Beurteilung von 

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Grundwasserökosystemen und zur durchflusszytometrischen Analyse von Bakteriengemeinschaften im Trinkwasser. Alle diese neuen Methoden sollen in der ÖWAV Fachtagung „Mikrobiologie und Wasser: Was DNA- und RNA-Analytik für uns bereits alles leisten“ am 14. Juni 2022 in Wien einem breiten Fach-publikum nähergebracht werden. Im Rahmen dieser Fachtagung soll auch der im ÖWAV Fachausschuss „Mikrobiologie und Wasser“ in den letzten Jahren entwickelte Arbeitsbehelf 52/Teil 2 zum Thema mit anschaulichen Praxisbeispielen aus den Gebieten Hygiene, Technik und Umwelt vorgestellt werden. Spezielles Augenmerk wir dabei auch dem Thema abwasserbasierte Epidemiologie gewidmet (RNA Nachweis von SARS-CoV-2), das zur Früherkennung und Abschätzung des COVID-19 Infektionsgeschehens in der Bevölkerung beiträgt. Weitere Details sind auf der Website des ÖWAV zu finden. 

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Waterquality & Health BM10 NEU erfolgreich abgehalten

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­Das Bachelor Studium Modul BM10 „Microbiology and Hygiene“ wurde vor kurzem unter erstmaliger Beteiligung des Fachbereichs Wasserqualität und Gesundheit des Departments Pharmakologie, Physiologie and Mikrobiologie erfolgreich an der KL abgehalten und inhaltlich auf eine neue und breitere Basis gestellt. Die Zusammenarbeit mit dem Institut für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie am Uniklinikum St. Pölten funktionierte dabei „wie geschmiert“ und die Student_innen waren hoch motiviert am Werk. Der umfassende theoretische Unterbau von Umweltmikrobiologie über allgemeine Hygiene, über etablierte und neueste Methoden der Mikrobiologie wie Zytometrie und Mikrobiom-Sequenzierung bis hin zur klinischen Mikrobiologie und Krankenhaushygiene spornte die Student_innen an, das erworbene theoretische Wissen auch gleich im praktischen Teil der Lehrveranstaltung einzusetzen.  

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Escherichia coli Bakterien im Abwasser und sogar dem eigenen Stuhl quantifizieren, als Reinkultur isolieren, mikroskopieren und auf mögliche vorhandene Antibiotikaresistenzen testen war für alle eine höchst spannende Angelegenheit und brachte so manches überraschende Ergebnis zu Tage. Beim abschließenden „Wrap-up“ wurden alle Ergebnisse umfassend zusammengestellt und im Gesamtkontext Umweltmikrobiologie - klinische Mikrobiologie ausführlich diskutiert. Student_innen mit besonderem Interesse an der Thematik haben im Mai die Gelegenheit, im Rahmen des BM12 Elective „Water Quality and Health“ ihr Wissen in diesem wichtigen umwelthygienischen Fachgebiet der Wasserqualität und Gesundheit zu vertiefen. 

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