Fachbereich Biomedizinische Ethik

News

5. Ethik Treff am Universitätsklinikum St. Pölten und KL Studierende: Ethik und Recht

Absolvent:innen und Studierende des von wHR Mag. Dr. Eleonore Kemetmüller geleiteten Zertifikatslehrgangs Angewandte Ethik und Ethikberatung für Gesundheitsberufe präsentierten im Rahmen einer innerbetrieblichen Fortbildung am Universitätsklinikum St. Pölten Beispiele aus ihrer Arbeit unter dem Motto „Best Practice aus dem beruflichen Alltag der Ethikberatung“. Die Veranstaltung war sehr zahlreich besetzt und zeigte den wachsenden Stellenwert der Ethikberatung.

Ziel war die Vernetzung mit anderen Praktiker:innen der Ethikberatung und die Verbesserung der theoretischen Fundierung ganz nach dem Motto: verantworten heißt begründen können.

Der Themenbogen spannte sich von gemeinsamen Fallbesprechungen, Organisationsethik, rechtlichen und ethischen Fragen zu den Themen Patient:innenverfügung und Vertretungsinstrumente bis hin zum Spannungsfeld Patient:innenwunsch versus Angehörigenwunsch.

Studierende der KL konnten so im Austausch mit Kolleg:innen Herausforderungen und Chancen der Beratungsarbeit im Rahmen der Gesundheitsethik diskutieren. Ein besonderer Dank für die Schaffung dieser Möglichkeit gilt OÄ Dr. Helga Dier (Medizin) und Peter Redl-Lenk (Pflege).

Call for Participants: 2. Workshop „S-T-S in MINT lehren“ (20.–21. November, TU Wien)

Der zweite Workshop knüpft teilweise an unseren ersten Workshop im Jahr 2024 an. Im Zentrum steht eine vertiefte Auseinandersetzung mit Fragen, die damals aufkamen: Warum lehren wir S-T-S in MINT-Fächern überhaupt? Was sollen Studierende lernen – und was möchten sie lernen? Und wie gelingt gute Lehre unter den Bedingungen von LLMs und in unseren vielfältigen institutionellen Kontexten?

Programm

Do., 20. November (13:00–17:30)

  • Strukturierter Austausch mit Studierenden zu den Perspektiven auf das Warum, Was und Wie des „S-T-S-Lehrens in MINT“

Fr., 21. November (9:00–17:00)

  • Unsere Lehransätze im Lichte unterschiedlicher Lerntheorien neu bedenken
  • S-T-S lehren in Zeiten von LLMs
  • Institutionelle Rahmenbedingungen des S-T-S-Lehrens in MINT
Teilnahme & Anmeldung

Eingeladen sind Lehrende mit Erfahrung in entsprechender Lehre sowie Studierende, die die Lehre von morgen mitgestalten möchten.
Zur Anmeldung senden Sie bitte bis 31. Oktober ein kurzes Statement (ca. 150 Wörter dazu, warum Sie teilnehmen möchten und welche Fragen Sie besonders interessieren) an lisa.sigl@tuwien.ac.at.

Organisationsteam

Susanne Oechsner (TU Wien), Hannah Fabro (Université Paris-Est Créteil, zuvor TU Wien), jackie/Andrea Ida Malkah Klaura (TU Wien / Angewandte), Tobias Christoph (TU Wien), Ingrid Metzler (KL Krems), Maximilian Fochler (Universität Wien), Alexander Bagattini (KIT)

 

Jahrestagung der Österreichischen Plattform für Personalisierte Medizin

Save the Date: 

Am 20. März 2026 wird die Jahrestagung der Österreichischen Plattform für Personalisierte Medizin in Wien stattfinden. Ingrid Metzler, Mitarbeiterin am Fachbereich Biomedizinische Ethik und Public Health Ethik, leitet die Arbeitstruppe Gesellschaft und Ethik der ÖPPM.

In ihrem neuen Artikel stellen Wanda Spahl und Giovanni Rubeis den Principle-Based Empirically Grounded Roadmap Approach (PERA) vor – eine praxisorientierte Methode zur Integration von Ethik in Projekte zu digitalen Technologien für die psychische Gesundheit. Entwickelt im Rahmen des Horizon Europe Projekts ASPbelong, das eine kollaborativ gespielte Augmented-Reality-Intervention für Jugendliche entwirft, kombiniert PERA ethische Prinzipien aus der Literatur, Erkenntnisse von Entwickler:innen ähnlicher Technologien sowie originale empirische Daten zu einem konkreten Anwendungsfall. Der Ansatz fördert ethische Reflexionen bei Entwickler:innen und führt zu einem konkreten Ergebnis: einer Ethik Roadmap für ähnliche zukünftige Projekte.

Open Access verfügbar

Spahl, Wanda and Giovanni Rubeis. 2025 "Integrating Ethics in Digital Mental Healthcare Technologies:     A Principle-Based Empirically Grounded Roadmap Approach." Medicine, Health Care and Philosophy.

Wanda Spahl wurde mit dem Digital Medical Ethics Network (DiMEN) Fellowship ausgezeichnet und ist im Juni und Juli 2025 an der Juniorprofessur für Medizinische Ethik mit Schwerpunkt Digitalisierung an der Universität Potsdam zu Gast. Im Rahmen des Fellowships hält sie am Dienstag, 01. Juli 2025, um 11.00 Uhr (via Zoom) eine öffentliche Lecture. Darin stellt sie erste Ergebnisse aus dem Horizon-Europe-Projekt ASPbelong vor, das eine kooperativ gespielte Augmented-Reality-App zur Förderung der psychischen Gesundheit Jugendlicher entwickelt. Im Zentrum steht der Prototyp einer empirisch fundierten, prinzipienbasierten „Ethics Roadmap“ – ein interaktives, adaptierbares Tool, das Entwickler:innen ethische Orientierung bietet.

 

Anmeldung und mehr Informationen hier.

Smartphone-basierte Mobile Health (mHealth)-Apps haben das Potenzial, den Zugang zu Gesundheitsdiensten zu verbessern und gesundheitliche Ungleichheiten zu verringern, insbesondere in ressourcenarmen Regionen. Wenn sie jedoch ohne Berücksichtigung von Gerechtigkeit und Inklusivität entwickelt werden, können mHealth-Apps auch gesundheitliche Ungleichheiten verschärfen. In ihrer jüngsten Veröffentlichung im Journal of Medical and Internet Research (JMIR) untersuchten die Autoren Keerthi Dubbala, Ingrid Metzler und Prof. Giovanni Rubeis die Metadaten von mHealth-Apps in Indien. Sie stellten einen umfassenden Datensatz von mHealth-Apps zur Verfügung, die in Indien verfügbar sind, mit einem anfänglichen Fokus auf Apps im Zusammenhang mit Herzkrankheiten (HD), unter Verwendung von Techniken der natürlichen Sprachverarbeitung. Eine explorative statistische Analyse zeigte die begrenzte Repräsentation der sprachlichen Vielfalt Indiens im Bereich der Gesundheits- und Medizin-Apps, hob das Fehlen von mHealth-Apps, die sich mit Herzkrankheiten befassen, hervor und wies auf ein geringeres Maß an Nutzerengagement hin, was sich in Bewertungen und App-Ratings widerspiegelt. Die Studie zeigte, dass, obwohl die meisten Apps im Bereich Herzkrankheiten finanziell zugänglich sind, die Nutzung in Indien weiterhin eine Herausforderung darstellt.

Quelle:
Keerthi Dubbala, Roshan Prizak, Ingrid Metzler und Giovanni Rubeis. "Exploring Heart Disease–Related mHealth Apps in India: Systematic Search in App Stores and Metadata Analysis." Journal of Medical Internet Research 27 (2025): e53823. Link zur Studie.

In der kürzlich erschienenen Publikation von Keerthi Dubbala und Wanda Spahl untersuchen die Autorinnen die Gesundheitswahrnehmung und die Versorgungsbedarfe der Menschen, die in Slums und ländlichen Gebieten in und um die Stadt Bengaluru in Indien leben. Als Teil eines Special Issues in Frontiers in Public Health über die Vorstellungen und Erfahrungen von Minderheiten in Bezug auf Gesundheit und Krankheit werden in dem Artikel Erkenntnisse aus qualitativen Interviews und Fokusgruppen diskutiert und politische Empfehlungen formuliert. 

Open Access verfügbar: Dubbala Keerthi, Wanda Spahl, Carolin Elizabeth George, and Luc de Witte. Perceptions of Health and Healthcare Needs in Low-Resource Settings: Qualitative Insights from Bengaluru's Urban Slum and Rural Areas Frontiers in Public Health 13: 1530256.

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Abschied und Neuanfang im Fachbereich

Mit 31. März verabschieden wir uns von Univ.-Prof. Dr. Giovanni Rubeis, der unseren Fachbereich mit großem Engagement geleitet hat. Er wird sich an der Universität Greifswald neuen beruflichen Herausforderungen stellen. Wir haben sehr gern mit ihm zusammengearbeitet, werden ihn fachlich wie persönlich vermissen und wünschen ihm für seinen weiteren Weg alles Gute.

Gleichzeitig freuen wir uns, dass Mag. Dr. Ingrid Metzler die Interimsleitung übernehmen wird. Wir blicken voller Vorfreude auf die Zusammenarbeit und heißen sie in ihrer neuen Position als Fachbereichsleiterin herzlich willkommen!

Sammelband zur Gesundheit von geflüchteten Frauen

Der neue Sammelband des Wiener Programms für Frauengesundheit thematisiert „Frauengesundheit und Flucht“. Ein Beitrag von Wanda Spahl widmet sich der Gesundheitsversorgung für geflüchtete Frauen in Wien. Sie diskutiert sowohl praktische und strukturelle Barrieren als auch die empowernde Wirkung eines frühen rechtlichen Zugangs zum Gesundheitssystem und einer guten medizinischen Versorgung.

Neue Publikation zum Thema Migration und Gesundheit

Der Beitrag „Navigating borders: Impact on the health and well-being of refugees in Austria“ von Wanda Spahl ist im 7. Jahrbuch Migrationsforschung erschienen. Anhand von Interviews und Beobachtungen mit Personen, die um 2015 in Österreich Asyl beantragten, wird aufgezeigt, dass diese viele ihrer Krankheiten mit ihrer Lebenssituation als Geflüchtete in Österreich in Zusammenhang bringen. Der Beitrag schlussfolgert, dass es nicht reicht, Geflüchteten rechtlichen und praktischen Zugang zum Gesundheitssystem zu ermöglichen. Es gilt auch, sich mit den Grenzziehungen zu befassen, welche sich in die Körper von Geflüchteten einschreiben und ihre Gesundheit belastet. Dazu gehört das Verkürzen von Asylverfahren und das Vorgehen gegen Rassismus und Diskriminierung.

Der gesamte Sammelband „Drawing Boundaries  and Crossing Borders: Migration in Theorie und Praxis“ ist hier Open Access zugänglich.