Donnerstag, 02. April 2026

Hämatologisches Tumorboard stärkt Krebsversorgung in Niederösterreich

Mit der Präsentation des ersten standortübergreifenden hämatologischen Tumorboards in Niederösterreich wurde ein wichtiger Schritt für die Versorgung von Patient mit Blutkrebserkrankungen gesetzt. Langfristiges Ziel ist ein landesweites Tumorboard-Netzwerk, das allen Krebspatient:innen in Niederösterreich Zugang zur besten Therapie und medizinische Versorgung gewährleisten soll.

Mit dem Hämatologischen Tumorboard sollen Patient:innen im Bereich der Blutkrebserkrankungen von einem standortübergreifenden Expert:innen-Gremium in den Universitätskliniken Krems und St. Pölten, beide Lehr- und Forschungsstandorte der KL Krems sowie dem Universitätsklinikum Wiener Neustadt, die optimalen Therapie- und Behandlungsoptionen empfohlen bekommen. 

Prim. Univ.-Prof. Dr. Josef Singer, Leiter der Klinischen Abteilung für Innere Medizin 2 am Universitätsklinikum Krems (KL Krems), betonte die zentrale Bedeutung dieses neuen Formats: Das Tumorboard ermögliche es, die gebündelte Expertise im Bereich hämatologischer Erkrankungen allen Patient zugänglich zu machen – unabhängig davon, an welchem Standort die Erstdiagnose erfolgt sei. „Jede/r hämatologische Patient:in in Niederösterreich wird im Tumorboard besprochen – mittlerweile sind das bereits über 800 Patient:innen. Ziel ist, dass alle Betroffenen Zugang zu sämtlichen verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten im Bundesland erhalten und ein individuell maßgeschneiderter Therapieplan erstellt wird“, so Singer.

Offiziell präsentiert wurde das hämatologische Tumorboard vergangene Woche von Landesrat Anton Kasser und Elisabeth Bräutigam, Vorständin der NÖ Landesgesundheitsagentur, gemeinsam mit Vertreter der beteiligten Kliniken. Beteiligt sind die Universitätskliniken Krems und St. Pölten, beide Lehr- und Forschungsstandorte der KL Krems, sowie das Universitätsklinikum Wiener Neustadt.

Erster Meilenstein am Weg zum Niederösterreichischen Tumorboard-Netzwerk

Wie Landesrat Anton Kasser betonte, sind österreichweit jährlich rund 45.000 Menschen von einer Krebsneuerkrankung betroffen, davon etwa 9.000 in Niederösterreich. Hinter jeder Diagnose stehe nicht nur ein persönliches Schicksal, sondern auch eine große Herausforderung für Gesellschaft und Gesundheitssystem. Zugleich eröffne die moderne Onkologie immer mehr Therapiemöglichkeiten, die wertvolle Lebenszeit schenken können.

Alle sieben onkologischen Zentren in Niederösterreich – St. Pölten, Wiener Neustadt, Krems, Mistelbach, Horn, Amstetten und Baden-Mödling – bieten bereits heute medizinische Versorgung auf hohem Niveau. Mit dem neuen Tumorboard wird diese Expertise nun zusätzlich gebündelt. „Das entspricht auch den Zielen des niederösterreichischen Gesundheitsplans”, so Landesrat Kasser.

Elisabeth Bräutigam unterstrich, dass jede Niederösterreicherin und jeder Niederösterreicher unabhängig vom Wohnort Zugang zu Spitzenmedizin sowie zu den gleichen Chancen und Möglichkeiten haben müsse. Das hämatologische Tumorboard sei der erste Meilenstein für den weiteren Ausbau des NÖ Tumorboard-Netzwerks. Als nächste Bereiche seien Lunge und Neuro-Onkologie vorgesehen.

Mit dem neuen hämatologischen Tumorboard wird die standortübergreifende Zusammenarbeit in der Krebsmedizin weiter ausgebaut. Für die Karl Landsteiner Privatuniversität unterstreicht dies einmal mehr die enge Verbindung von universitärer Medizin, Forschung und klinischer Praxis in Niederösterreich.