Gleichstellung ist ein strategischer Auftrag
Anlässlich des Weltfrauentags sprechen die beiden neuen Geschäftsführerinnen der Karl Landsteiner Privatuniversität - Rektorin Andrea Olschewski und Prorektorin Sabine Siegl-Amerer – über Führung, Governance und die Bedeutung von Gleichstellung für den Standort Krems.
Frau Rektorin, welche Bedeutung hat der Weltfrauentag für die KL?
Andrea Olschewski: Für uns ist er ein Anlass zur strategischen Standortbestimmung. Exzellenz in Medizin und Gesundheitswissenschaften entsteht nur dort, wo wir konsequent auf die besten Talente setzen. Wenn wir international wettbewerbsfähig bleiben wollen, müssen Leistung und Potenzial gleichermaßen sichtbar werden – unabhängig vom Geschlecht.
Worin sehen Sie diese Verantwortung konkret?
Olschewski: Als Universität tragen wir Verantwortung für die Zukunftsfähigkeit unseres Standorts. Wir schaffen klare Leistungsmaßstäbe, transparente Karrierewege und Rahmenbedingungen, die wissenschaftliche Spitzenleistungen ermöglichen. Wer Qualität sichern will, kann es sich nicht leisten, auf das Potenzial hervorragend ausgebildeter Frauen zu verzichten. Gleichstellung ist daher kein Symbolthema, sondern Teil unserer strategischen Ausrichtung.
Frau Prorektorin, wie sollte das Thema Gleichstellung in Unternehmen strukturell verankert sein?
Sabine Siegl-Amerer: Gleichstellung entscheidet sich in der Governance einer Institution. Klare Entscheidungsprozesse und nachvollziehbare Karrierepfade sind entscheidend. Organisationsentwicklung heißt, Strukturen laufend zu reflektieren und Barrieren abzubauen.
Welche Rolle spielt dies für den Standort Krems?
Siegl-Amerer: Eine sehr zentrale. Wettbewerbsfähigkeit entsteht dort, wo Kompetenz zählt und unterschiedliche Perspektiven in strategische Entscheidungen einfließen. Diverse Teams sind innovativer und nachhaltiger. Gleichstellung ist daher kein Zusatzprojekt, sondern Grundlage für Qualität, internationale Anschlussfähigkeit und die Zukunft unseres Bildungs- und Wissenschaftsstandorts.
Frau Rektorin, wie wird Gleichstellung strategisch in der Universität verankert?
Olschewski: Gleichstellung ist integraler Bestandteil unserer Entwicklungsplanung und unseres Qualitätsmanagements. An der KL ist sie institutionell klar verankert, sowohl in der Kommission für Gleichstellung und Frauenförderung als auch in der Anlaufstelle für Gleichbehandlungsfragen.
Unsere Aufgabe ist es, messbare Ziele zu definieren, Maßnahmen systematisch zu evaluieren und Diversität verbindlich in unseren Leitlinien zu verankern. Für eine moderne, international ausgerichtete Universität ist Gleichstellung kein Zusatzthema, sondern ein Steuerungsinstrument, auch mit Blick auf Akkreditierungen, Drittmittel und internationale Kooperationen.
Welche konkreten Maßnahmen setzen Sie zur Förderung weiblicher Karrieren?
Olschewski: Transparente und qualitätsgesicherte Berufungsverfahren sind ein zentraler Baustein. Darüber hinaus fördern wir Wissenschaftlerinnen gezielt durch Mentoring-Programme, Leadership-Formate und strukturierte Nachwuchsentwicklung. Entscheidend ist für uns, Potenziale frühzeitig sichtbar zu machen, systematisch zu begleiten und nachhaltige Karriereperspektiven zu eröffnen.
Frau Prorektorin, welche Rolle spielt Organisationskultur in diesem Zusammenhang?
Siegl-Amerer: Eine entscheidende. Neben klaren Prozessen braucht es eine Kultur der Offenheit und der Wertschätzung. Dazu gehören transparente Karrierepfade, Equal-Pay-Grundsätze, flexible Arbeitsmodelle und echte Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Governance bedeutet auch Rechenschaftspflicht – wir machen Fortschritte messbar. Wir können mit Stolz sagen, dass an der Karl Landsteiner Privatuniversität die Gleichstellung gelebt wird: Laut unseres aktuellen Personalcontrolling-Berichts sind 66 Prozent der Belegschaft Frauen, mehr als die Hälfte aller Führungskräfte sind weiblich.
Wie spiegelt sich Diversität in Forschung und Lehre wider?
Olschewski: In der Medizin und den Gesundheitswissenschaften allgemein ist Diversität ein Qualitätsfaktor. Unterschiedliche Perspektiven verbessern Forschungsergebnisse und führen zu einer patient:innenorientierten Gesundheitsversorgung. Nicht zuletzt deswegen integrieren wir Gender- und Diversitätsaspekte auch in unsere Curricula.
Abschließend gefragt: Welche Botschaft senden Sie am Weltfrauentag nach Krems?
Siegl-Amerer: Dass Gleichstellung kein Randthema ist, sondern Zukunftssicherung. Eine Universität, die Vielfalt strukturell verankert, stärkt Innovation, Resilienz und internationale Wettbewerbsfähigkeit. Davon profitiert nicht nur unsere Institution, sondern jede einzelne Person der Karl Landsteiner Privatuniversität sowie der Standort insgesamt.