Erfolgreiche Lange Nacht der Forschung 2026 an der KL: Wissenschaft zum Mitmachen und Staunen
Am 24. April 2026 öffnete die Karl Landsteiner Privatuniversität im Rahmen der „Langen Nacht der Forschung“ ihre Türen und bot Besucher:innen von 17:00 bis 23:00 Uhr ein vielfältiges und interaktives Programm. Österreichs größtes Wissenschafts- und Forschungsevent lockte auch heuer wieder zahlreiche Interessierte an die über 300 Ausstellungsorte im ganzen Land – und die KL war ein zentraler Anziehungspunkt am Campus Krems.
Unter dem Motto „Mitmachen – Staunen – Entdecken“ präsentierte die KL im Trakt Y und Trakt UD eindrucksvoll die Bandbreite ihrer Forschungs- und Lehraktivitäten. Die Besucher:innen erhielten spannende Einblicke in aktuelle medizinische Forschung, konnten selbst aktiv werden und Wissenschaft hautnah erleben.
Ein besonderes Highlight war die live moderierte Herzoperation in der KL Lecture Hall. Der am Universitätsklinikum durchgeführte und aufgezeichnete Eingriff wurde von Primar Assoc.-Prof. PD Dr. Dominik Wiedemann verständlich aufbereitet und ermöglichte dem wissenschaftsinteressierten Publikum faszinierende Einblicke in die moderne Herzchirurgie. Ebenso großen Andrang verzeichnete das KL Skills Lab, wo Interessierte unter Anleitung von Studierenden der KL medizinische Fertigkeiten wie Blutabnehmen oder das Nähen von Wunden an realitätsnahen Modellen selbst ausprobieren konnten (Stationsleitung: David Amweg, BSc).
Großes Interesse galt den Stationen aus der Krebsforschung. Der Fachbereich Onkologie und Hämatologie zeigte, wie eng Forschung und klinische Praxis miteinander verzahnt sind – ganz im Sinne des „Bench-to-Bedside“-Ansatzes. Besucher:innen erhielten Einblicke in moderne Diagnostik, individualisierte Therapieformen und aktuelle Entwicklungen in der Krebsbehandlung (Stationsleitung: Univ.-Prof. Mag. DDr. Klaus Podar). In Kurzvorträgen und persönlichen Gesprächen wurde vermittelt, wie innovative Forschungsansätze dazu beitragen, die Behandlung von Tumorerkrankungen kontinuierlich zu verbessern.
Die Station der onkologischen Thorax- und Brustchirurgie des Universitätsklinikums Krems (Stationsleitung: OÄ Dr.in Brigitte Kundu), stellte den klinischen Alltag und die chirurgische Behandlung von Lungen- und Brustkrebserkrankungen in den Mittelpunkt. Besonders anschaulich wurde dies durch ein faszinierendes Demonstrationsmodell: Eine echte Schweinelunge, die dem menschlichen Organ in Aufbau und Funktion sehr ähnlich ist, wurde vor Ort aktiv beatmet. So konnten Besucher:innen hautnah nachvollziehen, wie die Lunge funktioniert und welche Herausforderungen bei operativen Eingriffen bestehen. Ergänzt wurde die Station durch Einblicke in aktuelle Forschungsaktivitäten sowie die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit in der modernen Krebsmedizin.
Wie stark Lebensstil und Ernährung unsere Gesundheit beeinflussen, wurde im interaktiven Workshop „Ernährung und Mikrobiom“ deutlich (Stationsleitung: Univ.-Prof. Dr. Victor Zevallos). Die Teilnehmer:innen erfuhren, welche zentrale Rolle das Mikrobiom für Verdauung, Immunsystem und sogar psychisches Wohlbefinden spielt, und konnten sich aktiv mit aktuellen Forschungsansätzen auseinandersetzen.
Ein weiteres wichtiges Zukunftsthema behandelte die Station zur Allergieforschung (Stationsleitung: OÄ PD Dr.in Christine Hafner). Hier wurde gezeigt, wie moderne molekulare Diagnostik dazu beiträgt, Allergien präziser zu erkennen und individuell angepasste Therapieentscheidungen zu ermöglichen. Die Besucher:innen erhielten Einblicke in innovative Testverfahren und die Bedeutung personalisierter Medizin in der Allergologie.
Auch für junge Forscher:innen wurde einiges geboten: Bei der Mitmachstation „Anatomie-Puzzle“ (Stationsleitung: Dr.in Sophie Förster-Streffleur) konnten Kinder mithilfe von Anatomie-Modellen und Skeletten spielerisch den Aufbau des menschlichen Körpers erforschen.
Der Fachbereich Psychodynamik bot Einblicke in gesellschaftlich aktuelle Fragestellungen und zeigte, wie psychodynamische Theorien über den klinischen Bereich hinaus angewendet werden können (Stationsverantwortliche: Univ.-Prof.in Dr.in Patrizia Giampieri-Deutsch). Themen wie Religion, Bildung und gesellschaftliche Konfliktfelder wurden aus wissenschaftlicher Perspektive beleuchtet. Posterpräsentationen und laufende Forschungsarbeiten ermöglichten einen direkten Einblick in die wissenschaftliche Praxis, während interaktive Angebote und eigens entwickelte Comics auch jüngere Besucher:innen ansprachen.
Wie eng Umweltfaktoren und Gesundheit miteinander verknüpft sind, wurde in der Station des Fachbereichs Wasserqualität und Gesundheit (Stationsleitung: Dr. Mats Leifels) präsentiert. Die Besucher:innen erhielten spannende Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte rund um die Bedeutung von sauberem Wasser – sowohl im regionalen als auch im globalen Kontext. In kurzweiligen Vorträgen beleuchteten die Forschenden unterschiedliche Aspekte dieses komplexen Themenfelds – von der Rolle von Trinkwasserhygiene bis hin zu den Auswirkungen von Schadstoffeinträgen in Gewässer.
Technisch und historisch zugleich wurde es bei der Station des Fachbereichs Biomechanik (Stationsleitung: Assoc.-Prof. DI Dr. Andreas Reisinger). Hier konnten Besucher:innen beobachten, wie sich Knochen unter mechanischer Belastung verhalten und welche Erkenntnisse daraus für Medizin und Therapie gewonnen werden. Ergänzt wurde dies durch Einblicke in die anthropologische Forschung zu einer jungpaläolithischen Doppelbestattung vom Kremser Wachtberg. Mithilfe moderner Technologien wie 3D-Analysen wurde gezeigt, wie sich Rückschlüsse auf das Leben vor über 30.000 Jahren ziehen lassen.
Auch politischer Besuch unterstrich die Bedeutung der Veranstaltung: Landesrat Anton Kasser in Vertretung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner sowie der Kremser Bürgermeister Mag. Peter Molnar besuchten den Campus und informierten sich bei einem Campus-Rundgang über ausgewählte Stationen. An der KL standen dabei insbesondere die Bereiche Onkologie & Hämatologie, Wasserqualität und Gesundheit sowie Biomechanik im Fokus ihres Besuchs.
Die Lange Nacht der Forschung 2026 veranschaulichte, wie lebendig, vielfältig und gesellschaftlich relevant Wissenschaft ist. Die große Besucher:innenresonanz – 2500 Interessierte nutzten das vielfältige Angebot am Campus Krems – und das durchwegs positive Feedback bestätigen den hohen Stellenwert der Veranstaltung als Plattform für Austausch, Information und Begeisterung für Forschung.