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COVID-19: Prävention und Umgang in Primärversorgungspraxen

Schwangerschaft und Kinder

COVID-19 und Schwangerschaft

COVID-19 und Schwangerschaft

Aufgrund der erst vergleichsweise kurz laufenden Pandemie lässt sich das Risiko für Schwangere und deren ungeborene Kinder nur abschätzen. Mittlerweile gibt es jedoch schon international viele Publikationen zu diesem Thema, die die anfänglichen Erkenntnisse bekräftigen. Schwangere haben demnach im Vergleich zu nicht schwangeren jungen Frauen kein erhöhtes Risiko, an COVID-19 zu erkranken und sind häufiger asymptomatisch.


Es gibt derzeit nur im Einzelfall berichtete vertikale Übertragungen (d.h. in utero), welche mit sehr schweren mütterlichen Krankheitsverläufen assoziiert sein dürften. Außerdem scheint eine Übertragung über die Muttermilch ausgeschlossen. Es zeigt sich jedoch eine deutlich erhöhte Frühgeburtlichkeit sowohl in den asiatischen als auch den westlichen Publikationen (rund 25% im Vergleich zu 7% aus Statistik Austria 2018). Die deutlich erhöhte Kaiserschnittrate (60-70 vs. 30%) mag mitunter auch an der anfänglichen Empfehlung der Schnittentbindung bei SARS-CoV-2 positiven Patientinnen liegen, mittlerweile wird jedoch in internationalen Guidelines von einer Sectio rein aus dieser Indikation abgeraten (vgl.australische Guidelines for the clinical care of people with COVID-19). 


Laut Österreichischem Arbeitsinspektorat - Stand 25.09.2020 gilt u.a.: 

  • Beschäftigungsverbote und –beschränkungen - SARS-CoV-2                                          

Bei Tätigkeiten mit COVID-19-Erkrankten oder Verdachtsfällen (z.B. Covid-19-Stationen, Triage-Zelt vor dem KH, Covid-19-Testung) kommt das Beschäftigungsverbot zu Arbeiten mit biologischen Arbeitsstoffen zur Anwendung. Das Tragen von Schutzmasken FFP2 oder FFP 3, aber auch FFP1, ist nicht zulässig. Diese Masken erschweren die Atmung und sind daher für Schwangere verboten. Schwangere müssen somit in diesem Fall in anderen Bereichen eingesetzt werden. Ist dies nicht möglich, ist sie vom Arbeitgeber unter Entgeltfortzahlung von der Arbeit freizustellen


Leitfaden ÖGGG zu COVID und Schwangerschaft:

 

Literaturquellen 

 


Metadaten:
Autorin: Johanna Dolcic
Review: Maria Wendler
Letzte Änderung: 28.09.2020

 

 

COVID-19 und Kinder

Nach derzeitigem Stand der Wissenschaft erkranken Kinder weniger häufig und weniger schwer als Erwachsene und zeigen häufiger asymptomatische Verläufe. In der Literatur zeigen auch die meisten unter 1-Jährigen milde bis moderate Verläufe. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass Kinder mit Krebs, rheumatischen Erkrankungen oder nach Transplantationen keine schwereren Verläufe zeigen als gesunde Kinder.
Beatmungspflichtigkeit und Tod durch eine SARS-CoV-2-Infektion sind insgesamt sehr selten, und mit Risikofatoren wie u.a. kardialen oder pulmonalen Vorerkrankungen, Übergewicht oder sehr jungem Alter assoziiert.
Bislang gab es weltweit nur wenige Todesfälle in (vermuteter) Assoziation mit Covid-19 (mitunter ohne exakten Angaben zu Anamnese und Verlauf). Eine Ende Mai publizierte Arbeit berichtet über 44 pädiatrische COVID-19 assoziierte Todesfälle in den USA, Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Korea bei geschätzten 13.200 Todesfällen insgesamt und - im Vergleich - 107 Influenza-assoziierten in diesem Beobachtungszeitraum.

Sehr selten kommt es zu einer Kawasaki-ähnlichen Erkrankung, dem Multisystem Inflammatory Syndrome in Children (MIS-C) mit einer erhöhten Morbidität und Mortalität. Unter aggressiver Therapie zeigen sich jedoch auch hier viele gute Outcomes.

Es gibt derzeit nur im Einzelfall berichtete vertikale Übertragungen (d.h. in utero), welche mit sehr schweren mütterlichen Krankheitsverläufen assoziiert sein dürften. Generell lässt die Literatur auf eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit neonataler (auch pospartaler) SARS-CoV-2 Infektionen schließen, und auch in dieser Altersgruppe fallen sie mitunter asymptomatisch oder mild aus. Eine Sectio bei erkrankter Mutter verringert nach bisherigen Erkenntnissen das Risiko einer Infektion des Neugeborenen nicht und wird demnach aus dieser Indikation nicht empfohlen.

Als Überträger dürften Kinder eine Rolle spielen: Die Viruslast von Kindern unterscheidet sich nicht wesentlich von Erwachsenen. Einerseits haben Kinder je nach Alter ein deutlich kleineres Ausatemvolumen (und können daher geringe Virusmengen verteilen), andererseits  sind sie körperlich aktiver und haben intensivere und nähere soziale Kontakte. Außerdem gibt es wissenschaftlich keinen Hinweis, dass Kinder wie bei Influenza als Super Spreader fungieren.


Metadaten:
Autorin: Johanna Dolcic
Review: Rabady, Wendler
letzte Änderung: 06.10.2020
 

Weiterführende Links 

Algorithmus der ÖGKJ zu Covid-19 sowie Empfehlungen für die Gesundheitsbehörden im Umgang mit SARS-CoV-2-Infektionen im Kindes- und Jugendalter

Literaturverzeichnis

Events

  1. 05 Nov

    Ringvorlesung: Neurologische Rehabilitation

    05. November 2020, 18:00 - 22:00
    Auditorium der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften
  2. 19 Nov

    Ringvorlesung: Orthopädische Rehabilitation

    19. November 2020, 18:00 - 22:00
    Auditorium der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften
  3. 25 Nov

    12. MAIMONIDES LECTURES – 3. Reihe in Niederösterreich

    25. November 2020, 17:00 - 26. November 2020, 18:30
    Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften, Trakt Y, Festsaal