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COVID-19: Prävention und Umgang in Primärversorgungspraxen

Regelversorgung

Experten rechnen damit, dass die Pandemie nicht vorbei ist. Es wird immer wieder mit kleineren und größeren Wellen zu rechnen sein. Die Unterscheidung zwischen normalen Infekten und Covid ist klinisch nicht möglich, eine eindeutige Kontaktanamnese wird sich oft nicht finden. Wir müssen also darauf vorbereitet zu sein, sowohl Patient_innen mit Covid Erkrankung zu sehen und zu betreuen, als auch alle anderen Patient_innen mit der gleichen Intensität und Sorgfalt zu behandeln wie immer (s. Praxisorganisation). Vor allem für den Herbst sind Vorbereitungen zu treffen – die ÖGAM arbeitet daran.
Hier bewährt es sich, wenn Patient_innen primär die hausärztliche Primärversorgung aufsuchen, und dort auch primär geführt und betreut werden: so lassen sich unnötige Kontakte und Wege vermeiden, und die Kommunikation der Fachleute untereinander kann gesichert werden.
 
Sie finden im Folgenden einige Empfehlungen für die Gestaltung der Regelversorgung für sowohl chronisch als auch akut Erkrankte (s. weiter unten)  in Zeiten von Corona.
 

Betreuung chronisch Kranker

Die Betreuung dieser durch die COVID-19 Erkrankung besonders gefährdeten Personengruppe benötigt spezielle Aufmerksamkeit.
Erschwert durch

  • Verlust der Betreuungskontinuität:
  • Scheu vor Praxiskontakten
  • Zutrittsbarrieren (Türschilder, Masken, Terminordination nach Telefonkontakt)
  • Schutz der Patienten vor unnötigen Kontakten: Weiterleitung nur wenn wirklich nötig
  • Erfassung der Problempatient_innen soweit möglich (Software, Teamkenntnis)
  • Teleordination soweit möglich und sinnvoll (Telefon, Video )
  • Sicherheit bei Präsenzkontakten (gute Trennung der Patientengruppen in der Praxis! Siehe Diagramme zur Praxisorganisation und Telefontriage
  • Etablierung formeller und informeller Helplines zu Kolleg_innen in der spezialisierten Betreuung (Beispiel Niederösterreich: TeleKard Konsil über www.noegam.at)
  • Positiv getestete Patient_innen: Siehe dazu  Behandlung mild bis moderarte Verläufe (hausärztliche Betreuung)
  • Cave: Untersuchung und Teile des Monitorings sind oft nur im persönlichen Kontakt möglich

Betreuung kardiologischer Patient_innen in Zeiten der Pandemie

Betreuung palliativer Patient_innen zu Hause

Ausstellung Risikoattest für Patient_innen

Behandlung und Betreuung akut erkrankter Patient_innen

 
Weiterhin ist nur ein Teil unserer Patient_innen mit akuten respiratorischen Erkrankungen an COVID-19 erkrankt. Derzeit ist der Anteil klein – aber er ist nicht null. Für den Herbst erwarten Experten eine neuerliche Zunahme. Gleichzeitig werden alle anderen Infekte zunehmen, und irgendwann wird die Influenzawelle einsetzen.  Co-Infektionen sind möglich: ein positiver Influenzatest schließt eine gleichzeitige Covid Erkrankung nicht aus.
Hohes Fieber kann Zeichen einer ganzen Reihe von schweren Erkrankungen sein, auch Dyspnoe hat weiterhin eine ganze Reihe möglicher Ursachen usw.
Alle anderen akuten Erkrankungen und Beschwerden existieren weiterhin in unveränderter Häufigkeit.
 
Daher gilt:
 
  • Telefonische und elektronische Kontakte sind hilfreich. Die Anamnese kann überwiegend auf diese Weise erfolgen (leichter: mit der Kartei vor Augen).
  • Die weiteren Schritte müssen nach den gleichen Kriterien erfolgen wir immer:
  • Beachtung von red flags/Risikoeinschätzung
  • Abwartendes Offenhalten oder
  • Abschließen des Behandlungsfalls oder
  • Weitere Abklärung:
  • Indikationsstelllung zur körperlichen, laborchemischen und/oder apparativen Untersuchung
  • Organisation von Versorgung/Betreuung
  • Stationäre Einweisung
  • Patient_innen als Ärzti_in im KH ankündigen - auch Einschätzung “kein COVID-19, aber kritisch krank” und “Hochrisikopatient_in” melden
     
  • Alle Maßnahmen sollten dort erfolgen, wo die Wahrscheinlichkeit für Kontakte mit anderen Personen (Gesundheitspersonal und anderen Patient_innen) am besten überschaubar sind. Hier haben kleinere Einheiten bei guter Organisation einen gewissen Vorteil.
  • Überweisungen in andere Gesundheitseinrichtungen können durch gute Kommunikation mit Kolleg_innen der Sonderfächer (extra- und intramural) reduziert werden
Kardiologische Notfälle zu Zeiten der Pandemie (Herkner)


Metadaten
Autorin: Rabady
Review: Wendler
letztes Update 17.08.20

Events

  1. 07 Okt

    Ringvorlesung: Gender matters!

    07. Oktober 2020, 18:00 - 22:00
    Auditorium der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften
  2. 21 Okt

    Ringvorlesung: Gender Medicine

    21. Oktober 2020, 18:00 - 22:00
    Auditorium der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften
  3. 05 Nov

    Ringvorlesung: Neurologische Rehabilitation

    05. November 2020, 18:00 - 22:00
    Auditorium der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften