Home / COVID-19: Prävention und Umgang in Primärversorgungspraxen / Diagnostik
COVID-19: Prävention und Umgang in Primärversorgungspraxen

Diagnostik

Patient_in mit (Verdacht auf) COVID-19: Diagnosestellung

 

Abklärung von Infekten in der hausärtzlichen Primärversorgung während der Pandemie

Algorithmus Differentialdiagnostik unspezifischer Infektzeichen

 

Key messages:

Allgemeine Bemerkungen zu Symptomen von Infekten:

  • Sie sind fast immer mehrdeutig, die SARS-CoV-2-Infektion ist eine von mehreren Differenzialdiagnosen.
  • Der Ausschluss einer COVID-19 ist mit klinischen Mitteln eigentlich nur bei gesicherter, konklusiver alternativer Diagnose mit einer hohen Wahrscheinlichkeit möglich (bei Hochprävalenz wäre aber auch mit Doppelinfektion zu rechnen!). 
  • Ein hochgradiger Verdacht auf COVID-19 ergibt sich eigentlich nur bei Vorliegen von Geschmacks-/Geruchsminderung und/oder bei wahrscheinlichem Kontakt mit positiv getesteter Person (Umgebungsepidemiologie).
  • Zur Abklärung von Infektsymptomen empfiehlt sich das übliche hausärztliche Vorgehen:
    • Anamnese und Untersuchung
    • Hilfsbefunde
    • Ausschluss potenziell gefährlicher Verläufe
    • Hypothesenbildung
    • Procedere-Entscheidung
    • mit einigen Abänderungen:
  • Das bei leichtem Verlauf bewährte „Abwartende Offenhalten“ ist eigentlich erst nach Covid-19-Ausschluss möglich
  • Eine mögliche SARS-CoV-2-Infektion hat andere (soziale) Konsequenzen als andere Infekte: Isolation über einen Zeitraum über die Symptomatik hinaus (evtl. inklusive naher Kontaktpersonen), Verunsicherung
  • Bei Testung über 1450 bzw. Behörde: Notwendigkeit einer Verdachtsmeldung inkl. aller Konsequenzen (Überlastung der Behörden, Stigmatisierung etc.) bis Testergebnis
  • Alle Kontakte müssen unter Beachtung organisatorischer und persönlicher Schutzmaßnahmen erfolgen.     

Empfehlungen für die hausärztliche Primärversorgung während der Pandemie - Factsheet  (03/2022)

Empfehlungen für die hausärztliche Primärversorgung während der Pandemie - ausführliche Informationen (03/2022)

Eine COVID-19 kann weder klinisch noch laborchemisch ausgeschlossen werden.

Der Ausschluss einer Neuerkrankung sowohl durch AG-Test als auch durch PCR-Testung ist eingeschränkt möglich (falsch negatives Ergebnisse sind möglich) - die Plausibilität des Ergebnisses muss daher immer überlegt werden.

Es gilt: wenn Symptome aus dem Formenkreis vorhanden sind, und keine sichere andere Ursache dafür gefunden wird, ist von einer möglichen Erkrankung an COVID-19 auszugehen. Anamnese und klinische Untersuchung sind bei allen Patienten mit Infektsymptomen unter Pandemiekautelen durchzuführen.

Die Testung von nicht-symptomatischen Personen wird außerhalb von speziellen Programmen für kritische Berufe (z.B. Gesundheitspersonal) eigentlich nicht bzw. nur in bestimmten Ausnahmen empfohlen, hat sich in Österreich jedoch als Teil der Strategie im Vorgehen gegen diese Pandemie etabliert. Zu beachten sind neben falsch positiven Ergebnissen (und der damit verbundenen Quarantäne) die für das pandemische Geschehen vor allem die falsch negativen Ergebnisse. Die Häufigkeit falsch negativer Ergebnisse hängt auch von der Qualität der Durchführung (z.B. das Teststäbchen für den nasopharyngealen Abstrich wird nur bis in die Nasenhöhle geschoben, das Handling des "Nasenbohrertests ist nicht korrekt etc.) sowie von den Transportmodalitäten ab (näheres siehe Testung).

  • Die klinische Symptomatik ist äußerst vielfältig. Eine Abgrenzung gegenüber anderen viralen Erkrankungen ist selten möglich, siehe dazu: Symptomatik  - Ausnahme bildet hier Geschmacks-/Geruchsminderung - diese ergibt automatisch einen hochgradigen Verdacht.
  • Laborchemische Veränderungen sind unspezifisch, die für spätere Stadien beschriebenen Blutbildveränderungen sind zu Erkrankungsbeginn meist nicht vorhanden
  • Der Ausschluss einer Infektion mit SARS-CoV-2 erfolgt mittels Testung. Es gibt hierbei die Möglichkeit von AG-Schnelltests (Ergebnis innerhalb von 15min) sowie der ergänzenden PCR-Testung - v.a. bei Zweifeln am Testergebnis des AG-Schnelltests (Vortestwahrscheinlickeit berücksichtigen! An die Möglichkeit eines falsch negativen Ergebnisses denken!). Mehrere AG-Schnelltests sind mittlerweile valdiert - siehe dazu Kapitel Testung  - AG-Schnelltests. Bei sehr geringer Symptomatik und unklarer Ausschlussdiagnose kann ein wiederholtes Testen (z.B. 2 Tage später bei steigender Infektsymptomatik bzw. steigendem Viral load) sinnvoll sein.
    • Anmerkung zu negativen AG-Schnelltests bei Geimpften mit konsekutiv positiver PCR: im Rahmen der Delta-Variante berichtete falsch negative AG-Testergebnisse können auf die geänderte Dauer der Transmissionsfähigkeit zurück zu führen sein: Zwar ist die Viruslast bei Geimpften Personen bei der VOC Delta ähnlich hoch wie bei Ungeimpften und anderen Varianten, die Viruslast nimmt aber aufgrund des vorhandenen Immunabwehr schneller ab - das Fenster für pos. AG-Schnelltests ist somit verkürzt.
  • Antikörpertests haben weiterhin keinen Platz in der Akutdiagnostik.  

 

Wenn der Test z.B. durch 1450 veranlasst wird, werden die Patient_innen nicht automatisch weiter betreut, Hausärzt_innen werden nach wie vor nicht in jedem Bundesland automatisch verständigt.

Im Beiblatt, das die Patient_innen erhalten, werden sie aufgefordert, bei Verschlechterung den Hausarzt/die Hausärztin zu kontaktieren. Hausärzt_innen erfahren häufig erst durch ihre Patient_innen von der Testung. Zur Erfassung und Dokumentation der initialen Symptomatik kann der entsprechende Fragebogen  eingesetzt werden, der gleichzeitig zur Risiko-Evaluierung eines komplizierten Verlaufs dient.

Checkliste telemedizinische Konsultation zu Zeiten von COVID-19

Spezielle Hinweise zur Beurteilung der respiratorischen Situation bei telemedizinischen Konsultationen

Übersicht Infektiosität und Tests

Algorithmus Antigen-Schnelltests

 

 

Autorin: Susanne Rabady
Review: Maria Wendler
letztes Update: 23.12.2021

Events

  1. 20 Mai

    Lange Nacht der Forschung 2022

    20. Mai 2022, 17:00 - 23:00
    Karl Landsteiner Privatuniversität Krems, Trakt Y
  2. 25 Mai

    Antrittsvorlesung Dagmar Stoiber-Sakaguchi Professorin für Pharmakologie

    25. Mai 2022, 18:00 - 20:00
    Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften, Auditorium
  3. 24 Mai

    4. Europäische Kalziumkanal-Konferenz

    24. Mai 2022, 09:00 - 28. Mai 2022, 17:00
    Congress Centrum Alpbach, A-6236 Alpbach